Wien - An der Technischen Universität (TU) Wien haben am Montag zwei neue Christian Doppler-Labors (CD-Labors) ihre Arbeit aufgenommen. Die beiden Einrichtungen werden sich in den kommenden sieben Jahren mit neuartigen 3D-Fertigungstechnologien für die Zahnmedizin und mit der Nutzbarkeit von bereits benutzten Konsumgütern oder Infrastrukturobjekten als Rohstoffressourcen beschäftigen, hieß es in einer Aussendung der TU. Die CD-Labors sind darauf ausgerichtet, mit Hilfe von Grundlagenforschung konkrete Anwendungsfragen aus Unternehmen zu untersuchen.

CD-Labor für "Photopolymere in der digitalen und restaurativen Zahnheilkunde"

Mit der hochpräzisen Herstellung dreidimensionaler Objekte beschäftigt sich der TU-Forscher Jürgen Stampfl schon seit Jahren. Gemeinsam mit einem Partner aus der Industrie wird nun im CD-Labor für "Photopolymere in der digitalen und restaurativen Zahnheilkunde" untersucht, welche Materialien und Technologien speziell für die Zahnmedizin geeignet sind.

Auch mit der Entwicklung neuer Füllungsmaterialien wird man sich auseinandersetzen. Der Fokus der Forschungsgruppe um Robert Liska wird auf Materialien liegen, die durch Licht in Polymere umgewandelt und ausgehärtet werden. In dem neuen Labor will man auch Methoden entwickeln, die ein Schrumpfen des Materials beim Härten und damit die Ablösung vom Zahn verhindern sollen.

Letztlich sollen Technologien entwickelt werden, die das schichtweise Fertigen von Implantaten erlauben. Ähnlich einem Tintenstrahldrucker soll das gewünschte Material mit höchster Präzision automatisch Schicht für Schicht aufgetragen und das dreidimensionale Objekt auf den Patienten abgestimmt werden.

CD-Labor für "Anthropogene Ressourcen"

Dem zukünftig immer wichtiger werdenden Thema "Recycling" wird sich das CD-Labor für "Anthropogene Ressourcen" widmen. Vor dem Hintergrund schwindender Rohstoffe aus natürlichen Lagerstätten wird sich Johann Fellner vom Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der TU damit beschäftigen, wie Rohstoffe wiederverwertet werden können, die bereits in Gütern oder in der Infrastruktur eingebaut waren. Materialien aus abgerissenen Gebäuden oder weggeworfene Gebrauchsgegenstände könnten zu "sekundären Lagern" und wichtigen Rohstofflieferanten werden.

Zunächst will man Fallstudien über das Ressourcenpotenzial bereits gebauter Infrastruktur, über Aluminium, Kunststoffe und Rauchgasreinigungsrückstände der Müllverbrennung erarbeiten. Auf dieser Grundlage soll die Entwicklung einer allgemeinen Methodik zur Exploration und Bewertung von sekundären Ressourcen entwickelt werden, wie es seitens der TU heißt. (APA, 1.10.2012)