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Schwarzenegger und Nielsen hatten mal was miteinander. Bei den Dreharbeiten zu "Red Sonja" 1985, wie er erzählt.

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Graz/Los Angeles - "Ich bin nicht perfekt", gestand Arnold Schwarzenegger im Interview mit dem US-Sender CBS für das Format "60 Minutes", das Sonntagabend in den USA ausgestrahlt wurde. Er gab nicht nur die bereits bekannte Affäre mit der Haushälterin zu, mit der er einen Sohn zeugte, sondern auch weitere Seitensprünge: "Das waren Fehler." Der Film widmete sich aber nicht nur Arnies Affären, prominent vertreten waren in der Sendung auch sein Geburtsort Thal sowie Graz, wo im Sommer die Dreharbeiten stattgefunden hatten.

In "60 Minutes" sprach der 65-jährige, gebürtige Steirer offen über seine Fehltritte während seiner Zeit mit Maria Shriver. Ein entsprechendes Kapitel namens "Das Geheimnis" soll auch in seinem am Donnerstag im deutschsprachigen Raum erscheinenden Buch "Total Recall" von den Seitensprüngen handeln. Während die Affäre mit der Haushälterin nach dem Ende seiner zweite Amtsperiode als Gouverneur von Kalifornien bereits bekannt wurde, gestand er auch einen Seitensprung mit Schauspielerin Brigitte Nielsen bei den Dreharbeiten zu "Red Sonja" 1985 - damals war er bereits mit Maria zusammen. Und es sei nicht sein einziger Fehltritt gewesen, doch das sei etwas zwischen Maria und ihm. Sie wisse jedenfalls davon, sagte er im Interview.

Nicht leicht

Journalistin Lesley Stahl sprach Schwarzenegger auf wichtige Entscheidungen in seinem Leben an, die er vor seiner Frau geheim gehalten hatte. Er habe eine Herzoperation über sich ergehen lassen müssen und seiner damals schwangeren Frau nichts davon erzählt. Auch von seiner Kandidatur als Gouverneur habe er ihr erst wenige Tage vor der offiziellen Bekanntgabe Bescheid gesagt. Er wisse, dass das nicht leicht für die Menschen in seinem Umfeld sei: "Das ist der Weg, wie ich mit diesen Dingen umgehe. Ich behalte sie manchmal für mich."

Dass die "Steirische Eiche" auch seine Affäre mit der Haushälterin und das uneheliche Kind vor seiner Frau verschwiegen hatte, sei die "dümmste Sache" in seinem Leben gewesen. Anfangs habe er nicht gewusst, dass Joseph sein Sohn sei. Erst nach etwa sieben Jahren sei die Ähnlichkeit mit ihm unverkennbar geworden. Er habe eins und eins zusammengefügt und von da an die Haushälterin finanziell unterstützt. Damit wolle er Verantwortung übernehmen, in eine richtige Vaterrolle werde er aber für den heute 15-Jährigen nicht schlüpfen.

Maria habe ihn beim ersten Eheberatungstermin nach dem Ende seiner Zeit als Gouverneur auf das Kind angesprochen und gefragt, ob es von ihm sei. Dann habe er ihr die Wahrheit gesagt, sich entschuldigt und sich damit gerechtfertigt, dass er nicht wusste, wie er es ihr sagen sollte.

Kindheit und Jugend

Umfangreiche Teile der Sendung wurden auch Schwarzeneggers Kindheit und Jugend in Thal gewidmet. In seinem Geburtshaus, das heute als Museum dient, zeigte er in der Küche den Waschtisch mit der Lavour-Lade: "Ich musste mich immer als letzter waschen, da war das Wasser schon ganz schwarz von den anderen." Der 65-Jährige sagte, dass er eine harte Kindheit mit einem strengen Vater hinter sich habe: "Er hat mich mit dem Gürtel geschlagen." Daraus habe er Motivation gezogen, "bei etwas gut zu sein" und zu trainieren begonnen.

Als er rund um sein Bett "eine Art Schrein" mit lauter nackten, gestählten Männerkörpern errichtet hatte, sei seine Mutter zum Arzt gegangen und habe nach Rat gefragt: "Sei dachte, bei mir ist etwas falsch, weil auf den Bildern keine Frauen waren, wie bei meinen Freunden. Sie dachte wohl nicht, dass ich schwul bin, aber dass mir vielleicht etwas fehlt und man das früh genug einfangen sollte." Mit 15 Jahren habe er dann die Idee geboren, in den USA erfolgreich werden zu wollen.

Das Training sei zu einer Besessenheit geworden und damals habe er auch mit Steroiden und Tabletten experimentiert. Als er schließlich in den USA war, sei er "Schwarzenschnitzel" genannt worden und habe trotz seines laut Talentagenturen unvorteilhaften Namens seine Karriere als Schauspieler begonnen. (APA, 1.10.2012)