Wien – Eine Flächenwidmung für den geplanten Umbau des Wien Museums am Karlsplatz wird es nur dann geben, wenn die Finanzierung des Bauvorhabens gesichert ist. Das hat Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) am Donnerstag in einer Aussendung mitgeteilt. Die öffentliche Auflage des entsprechenden Plandokuments startet am Donnerstag.

Das Wien Museum – untergebracht im historischen Bau von Oswald Haerdtl – soll erweitert und aufgestockt werden. Das Siegerprojekt stammt vom österreichischen Architektenteam Winkler+Ruck (Klagenfurt) und Ferdinand Certov (Graz). Vassilakou sprach von einem "zentralen Projekt": "Eine Vorlage der entsprechenden Widmung an den Wiener Gemeinderat zur Beschlussfassung kann es daher nur geben, wenn die Finanzierung der Errichtung beschlossen ist."

Diese ist jedoch noch offen, wie Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) zuletzt im Gespräch mit der APA erläutert hat. Konkret wird noch darüber nachgedacht, ob das Projekt aus dem Budget finanziert werden kann oder ob man sich für ein Public-Private-Partnership-Modell entscheidet. "Darüber erhoffe ich mir Klarheit bis zum Herbst", sagte der Ressortchef am Rande der SPÖ-Klubtagung im März.

Auch das benachbarte Winterthur-Gebäude ist von der nunmehrigen Entscheidung betroffen, da es ebenfalls zum bestehenden Plangebiet gehört. Das im Besitz der Zurich-Versicherung stehende Haus soll ebenfalls renoviert und aufgestockt werden. Die Verknüpfung Museums-Budget und Widmung hat nun auch Auswirkungen auf dieses – nicht unumstrittene – Vorhaben. Sollte die Finanzierung des Wien Museums aus irgendeinem Grund nicht gelingen, kann das Projekt ebenfalls nicht umgesetzt werden.

Die Wiener Planungsstadträtin teilt die Kritik am Winterthur-Ausbau nicht, wie sie heute darlegte. Gegner des Umbaus befürchten, dass das Erscheinungsbild der Karlskirche dadurch beeinträchtigt wird. Doch die Planungen würden einen Ausgleich vorsehen, da auf der anderen Seite das Gebäude der Technischen Universität derzeit deutlich höher sei, befand Vassilakou: "Künftig wird es beidseits der Karlskirche annähernd die gleiche Höhenentwicklung geben, wobei diese Höhe, wie bereits mehrfach erwähnt, einen nachvollziehbaren Bezug zu dem Barockbau hat." (APA, 18.5.2017)