Bild nicht mehr verfügbar.
Sorgen macht dem Experten die sinkende Anzahl von Kindern unter den Skisportlern.
Der Wintersport sichere direkt und indirekt rund 250.000 Arbeitsplätze und damit jede 14. Stelle in Österreich. Die Steuern und Sozialabgaben aus dieser Branche bezifferte Felderer mit 1,8 Mrd. Euro pro Jahr. Bei den Branchen, die am stärksten vom Wintersport profitieren, liegt das Beherbergungs- und Gaststättengewerbe mit rund 6,5 Mrd. Euro Wertschöpfung weit voran. Es folgen die Transportwirtschaft sowie Dienstleistungen im Bereich Sport und Unterhaltung. Mit einem Anteil von knapp 50 Prozent an den Nächtigungen ist Tirol das wichtigste Wintersportland in Österreich, an zweiter Stelle liegt Salzburg mit 25 Prozent.
Mögliche Probleme
Felderer zeigte auch mögliche Probleme für die Branche auf, die es in den nächsten Jahren zu bewältigen gebe. So würden die vielen Meldungen über Unfälle auf den heimischen Pisten oder Lawinen zu einem schlechten Image des Wintersportlandes führen. Österreich solle sich als sicheres Land positionieren und Maßnahmen setzen, um die Zahl der Unfälle möglichst zu reduzieren. Auch der Klimawandel setzt dem Wintersport zu. Während derzeit in Tirol und Salzburg noch 95 bzw. 90 Prozent der Skigebiete als schneesicher gelten, ginge deren Anteil bei einem Temperaturanstieg um vier Grad auf 29 bzw. 23 Prozent zurück. Mit Beschneiungsanlagen könnte man dieser Entwicklung gegensteuern, sagte Felderer.
Österreich habe - im Vergleich zu anderen Winterdestinationen - schon stark in Beschneiungsanlagen investiert und sei diesbezüglich sehr gut aufgestellt, meinte der IHS-Chef. Der Klimawandel werde seiner Meinung nach auch zu einer Verkürzung der Saisonen sowie zu einem Verlust an Arbeitsplätzen und Wertschöpfung führen. Gleichzeitig werde es nötig sein, die Wertschöpfung pro befahrenem Quadratmeter Piste zu erhöhen - das bedeute auch höhere Preise.
Weniger Kinder fahren Ski
Sorgen macht dem Experten die sinkende Anzahl von Kindern unter den Skisportlern. Man müsse Kinder dauerhaft für den Wintersport begeistern, um sie später nicht als Kunden zu verlieren. Dabei seien die Schulskikurse von enormer Bedeutung. Es gehe aber auch darum, die Zahl der Skigymnasien wie in Stams oder Schladming zu erhöhen, um neben der breiten Masse der Skisportler auch Spitzentalente als Aushängeschilder für die gesamte Branche zu fördern, meinte Felderer.