Erinnerungslücken

Zell am Ziller erhält Tirols ersten Stolperstein und verhindert zweiten

Initiatoren wollten an ein Ehepaar aus dem Ort erinnern, doch FPÖ und ÖVP verwehrten der Frau des von den Nazis ermordeten Widerstandskämpfers dieses Andenken

Zell am Ziller – Am Freitagabend wurde der erste Stolperstein Tirols verlegt. Vor der alten Schule in der Zillertaler Gemeinde Zell am Ziller wird damit Johann "Hans" Vogls gedacht. Der ehemalige Hauptschuldirektor wurde am 30. Juni 1944 als Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Terrorregime hingerichtet. Er hinterließ eine Frau und vier Kinder. So sehr sich die Initiatoren des ersten Stolpersteines in Tirol – mittlerweile existieren mehr als 70.000 solcher Denkmäler in über 2.000 Kommunen, um an die Opfer des NS-Regimes zu erinnern – über die Verlegung freuen, so schwingt doch auch Enttäuschung mit. Denn eigentlich wollte man des Ehepaars Vogl gedenken.