Paul Lendvai

Handke und die Wortspenden

Die Zuerkennung des Literaturnobelpreises an Peter Handke ist trotz der unbestrittenen großen Begabung des Autors ein moralischer und politischer Skandal

"Das geht mich nichts mehr an." Das sagen in Wirklichkeit die Wortspenden jener Literaten und Politiker, die – nicht nur in Serbien, sondern auch in Österreich – die Entscheidung der Nobelpreisakademie für Peter Handke mit Hinweis auf sein literarisches Format begeistert begrüßen, aber zugleich über seine bedingungslose Parteinahme für den vor dem als sicher geltenden Schuldspruch wegen Völkermords im Gefängnis verstorbenen Serbenführer Slobodan Milosevic und dessen verbrecherischen nationalistischen Kurs schweigen.