Sekten

Kirchen und Corona: Wenn sich ein Virus wie der Glaube verbreitet

Ein Drittel der Fälle in Südkorea und Singapur ist bei Sekten aufgetreten. Gibt es etwas an ihren Praktiken, das die Ausbreitung begünstigt? Und: Ist Weihwasser ansteckend?

Foto: APA / AFP / Jung Yeon-je
Foto: APA / AFP / Jung Yeon-je

Wien – "Diese Krankheit ist das Werk des Teufels", schreibt Lee Man-hee in einer Nachricht an seine mehr als 200.000 Anhänger. "Er ist darauf versessen, das schnelle Wachstum der Shinjeonchji zu stoppen." Die Krankheit, das ist Covid-19, Lungenbeschwerden, die von Sars-CoV-2, dem neuartigen Coronavirus, ausgelöst werden. Shinjeonchji, das ist jene Sekte aus Südkorea, die im Zentrum des dortigen Krankheitsausbruchs steht. Lee ist ihr Anführer, der 88-Jährige wird unter Gläubigen als unsterblich betrachtet. Und der Wachstumseifer seiner Kirche ist in der Tat beträchtlich, auch in Österreich.