Rudolf Anschober hat in seinem Abgang Stärke bewiesen: Er hat – vermeintlich – Schwäche gezeigt. Er hat seine Erschöpfung angesprochen, dass er nicht mehr so weiterkönne, wie er wolle. Beim Dank auch an seine Partnerin, die ihm zur Seite steht, hat er Rührung gezeigt, hat mit den Tränen gekämpft. Ist das nicht wunderbar? Ein Politiker, ein Mann, der Gefühle zeigt, der dazu steht, was und wie er ist, der Unzulänglichkeiten eingesteht und sagt, dass es ihm nicht gutgeht. Was ist das für ein wohltuender Unterschied zu der Überheblichkeit und Arroganz, mit der auf türkiser Seite Machthaberer ihren Herrschaftsanspruch unterfüttern.