Sachsen

Chemnitz: Von der Neonazi-Hochburg zur Kulturhauptstadt

Die heute drittgrößte Stadt der ehemaligen DDR blieb nach der Wende nicht nur beim Bahnnetz auf der Strecke. Chemnitz hat ein Problem mit Rechtsextremisten und wird 2025 Kulturhauptstadt Europas

Foto: Lutz Jäkel

<p>Der Nischel, wie die Bevölkerung das Karl-Marx-Monument wenig ehrfürchtig nennt, steht seit 50 Jahren im Stadtzentrum.</p>

Foto: Lutz Jäkel

"Mir ging der Arsch auf Grundeis", erzählt Uwe Dziuballa in breitem Sächsisch von jenem Sommerabend, als er und zwei Freunde in seinem Lokal Schalom saßen und er kurz vor die Tür ging. Draußen stand "eine dunkle Wand" von etwa einem Dutzend Männer. "Judensau, verschwinde", habe er gehört, dann prasselten Gegenstände auf ihn ein, ein Pflasterstein verletzte seine Schulter. Er wich zurück, schloss die Tür, rief die Polizei.