Vor den Mauern des evangelischen Friedhofs in Favoriten, einen Steinwurf vom Matzleinsdorfer Platz entfernt, dröhnt und rauscht es von allen Seiten: von den Autos am mehrspurigen Verkehrsknotenpunkt, von der Großbaustelle für die geplante U-Bahn-Station. Walter Pois aber sagt über den Friedhof Matzleinsdorf, den er leitet: "Im Sommer ist das eine kleine Oase inmitten der Großstadt." Dann verwandle sich die Begräbnisstätte in einen Park: Kastanienbäume, Rosen und Lavendel blühen, Meisen und Fledermäuse ziehen in die aufgestellten Nistkästen, Bienen und Hummeln ins Insektenhaus, Falken und Enten ziehen ihre Kreise, ab und zu auch Füchse. Und auf den Gräbern wachsen neuerdings nicht nur Blumen und Gras, sondern auch Obst und Gemüse: Cocktailtomaten, Ribiseln, Kohlrabi, Brombeeren und Petersilie.