Film

François Ozons "Peter von Kant": Der Regisseur als Liebestyrann

Der französische Regisseur hat ein berühmtes Fassbinder-Melodram neu gegendert: eine Parodie auf toxische Beziehungen, die zugleich gar keine sein will

Foto: C. Bethuel/FOZ
Foto: C. Bethuel/FOZ

Neuerdings ist fast alles "toxisch", was man früher einfach als einen schwierigen Charakter, als Neigung zur Selbstzerstörung oder zur Manipulation bezeichnet hätte, als seelische Gewalt, die nicht selten auch in körperliche überging. Der Filmemacher Rainer Werner Fassbinder war, von heute aus gesehen, ein Großmeister oder ein Hohepriester der Toxizität. Es gibt zahllose Geschichten davon, wie er mit den Menschen umging, mit denen er lebte und arbeitete – ganze Klischeewelten von kreativer Tyrannei leben bis heute von der Marke Fassbinder.