Judith Goetz

Die identitäre Kaperung des Begriffs "Remigration"

Ein rechtsextremer Plan in Deutschland zur Vertreibung von Menschen rückt den Begriff "Remigration" wieder ins Zentrum der Debatte. Seinen Ursprung hat er in der NS-Exilforschung. Das ist eine typische Praktik dieser Bewegung

© Christian Fischer

Identitären Demonstration, Martin Sellner, Faschismus, Rechtsradikale, Neonazis

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Einem Bericht des deutschen Recherchekollektivs Correctiv zufolge planten rechtsextreme Akteurinnen und Akteure bei einem geheimen Treffen in Potsdam die Vertreibung von Millionen von Menschen aus Deutschland. Auch ein führender Kader der österreichischen Identitären hielt dabei einen Vortrag über das zentrale Thema der Zusammenkunft: "Remigration". Von den Identitären durch seine stetige Wiederholung popularisiert, ist der Begriff inzwischen in der politischen Debatte angekommen und wird von zahlreichen Politikerinnen und Politikern der extremen Rechten, so beispielsweise auch von den FPÖ-Politikern Herbert Kickl oder Christian Hafenecker, verwendet. Kaum bekannt ist jedoch, dass der Begriff ursprünglich aus der NS-Exilforschung stammt und erst von den Identitären erfolgreich umgedeutet wurde.