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Gaunerzinken: Was hinter den Geheimzeichen an Hauswänden steckt

Einbrecher und Vagabunden nutzten seit dem Mittelalter rätselhafte Zeichen und die Sprache Rotwelsch, die dem Jiddischen ähnelt. Doch was ist heute noch davon übrig?

Der Standard / Armin Karner

Gaunerzinken

Der Standard / Armin Karner

Als Martin Puchner noch ein kleiner Bub war und in den 1970er-Jahren in Nürnberg lebte, wunderte er sich, weshalb immer wieder fremde Reisende vor der Haustür standen. Sie baten um Essen und Trinken, seine Mutter schmierte bereitwillig Butterbrote. Als sein Onkel eines Tages die Familie in Nürnberg besuchte, entdeckte er in der Nähe der Tür an einer unauffälligen Stelle ein eingekreistes Kreuz, einen Zinken. Dieses Zeichen – das Wort "Zinken" könnte auf das lateinische "signum" zurückgehen – informierte Eingeweihte über die gastfreundliche Bewohnerin.