Noura Maan

Das UNRWA-Verbot hilft Israel nicht, aber schadet Hunderttausenden

Der Schritt der Knesset gefährdet die ohnehin nicht ausreichenden Hilfen für Gaza und passt in das diskreditierende Bild, das Israel von internationalen Institutionen zeichnet

AFP/EYAD BABA

Das UN-Palästinenser-Hilfswerk UNRWA ist vor allem im Gazastreifen für überlebenswichtige Hilfen zuständig.

AFP/EYAD BABA

Seit Monaten denkt man sich beim Anblick der Nachrichten aus Gaza: Schlimmer kann es eigentlich nicht mehr werden. Und immer wieder wird man (negativ) überrascht: Nun hat Israels Parlament beschlossen, das UN-Hilfswerk UNRWA, das Palästinenserinnen und Palästinenser seit Jahrzehnten mit Gesundheitsdiensten, Nahrungsmitteln und Bildung versorgt, mit einem Arbeitsverbot zu belegen. Seit Kriegsbeginn in Gaza ist es das Rückgrat der wenigen Hilfen, die die unter konstanten Bombardierungen leidende und immer wieder vertriebene Bevölkerung im Gazastreifen erreichen. Vor allem in Nordgaza ist die Lage derzeit verheerend, wo Hunderttausende eingeschlossen sind und seit Wochen keine Hilfen erhalten haben und wo erst am Montag ein Luftangriff auf ein Wohnhaus mit dutzenden Toten gemeldet wurde.