Cold Case

Spuren von Kannibalismus in polnischer Höhle enthüllt

Falsch sortierte Funde aus der Steinzeit konnten Menschenfresser nachweisen. Es gibt Anzeichen dafür, dass es sich nicht um "wertschätzenden Kannibalismus" handelte

Dariusz Bobak / Thomas Terberger

In der polnischen Maszycka-Höhle fand ein internationales Forschungsteam Hinweise auf "Menschenfresser".

Dariusz Bobak / Thomas Terberger

Kannibalismus hat einen schlechten Ruf: Nicht immer geht es darum, Menschen zu töten, um an ihr Fleisch zu kommen. Extremsituationen wie Flugzeugabstürze in abgeschiedenen Regionen oder katastrophale Forschungsexpeditionen können Personen in die Situation bringen, dass ihr Überleben vom Verzehr der bereits toten Kollegen abhängt. Und dann gibt es noch Kannibalismus als Bestattungsritual, wie ihn Ethnografen dokumentiert haben: Familienmitglieder nehmen Teile des Verstorbenen zu sich, weil sie glauben, damit dessen Weisheit in sich aufzunehmen – und ihn davor bewahren, von Bakterien, Fliegenlarven und Co zerfressen zu werden.