Swetlana Tichanowskaja beim Interview in Wien.
Im Juni dieses Jahres gab es für Swetlana Tichanowskaja ausnahmsweise einmal gute Nachrichten aus ihrer Heimat Belarus: Diktator Alexander Lukaschenko ließ mehrere politische Gefangene frei, darunter auch ihren Mann Sergej Tichanowski. Vor der Präsidentschaftswahl 2020, bei der er gegen Langzeitmachthaber Lukaschenko antreten wollte, war Tichanowski verhaftet und zu mehr als 19 Jahren Haft verurteilt worden. Der Vorwurf: Organisation von Massenunruhen. Statt seiner kandidierte dann Swetlana Tichanowskaja. Nach Ansicht der Opposition und internationaler Beobachter gewann sie die Wahl, doch Lukaschenko beanspruchte den Sieg für sich und trieb Tichanowskaja ins Exil nach Litauen, wo nun auch ihr Mann lebt. Nach wie vor aber gibt es in Belarus mehr als 1000 politische Gefangene, und Tichanowskaja kämpft weiter für Demokratie und Bürgerrechte in ihrem Land. Auf Einladung von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger war sie am Donnerstag in Wien, DER STANDARD hat sie getroffen.