Anschlag in Halle: Seehofer will Sicherheitsbehörden massiv aufstocken

Livebericht

In einer Pressekonferenz nannte der deutsche Innenminister Rechtsextremismus als "die große Herausforderung" neben der Gefährdung durch Islamisten

Am Mittwoch kam es zu einem vermutlich rechtsextremen Anschlag auf eine Synagoge und einen Dönerladen in der deutschen Stadt Halle an der Saale, bei dem zwei Menschen erschossen wurden. Hier halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen am Donnerstag auf dem Laufenden. Zur Nachlese vom Mittwoch bitte hier entlang.

Was wir bisher wissen:

  • Die deutsche Bundesanwaltschaft stufte die Tat am Donnerstag als "Terror" ein. Sie hat einen Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Attentäter beantragt.
  • Die deutsche Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) sprach von einem "Einzeltäter". Dieser habe aus antisemitischen Gründen gehandelt.
  • Unterdessen ist eine Debatte über die geistigen Brandstifter des Attentats entfacht. Der bayrische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bezog sich in seinen Aussagen direkt auf die AfD. Neben Politikern aus CDU und SPD, sehen auch der Innenminister Sachsen-Anhalts Holger Stahlknecht (CDU) und der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) eine Mitschuld bei den geistigen Brandstiftern. Die AfD weist die Anschuldigungen zurück und spricht von "Instrumentalisierung".
  • Seehofer kündigte eine massive Aufstockung der Sicherheitsbehörden an und nannte Rechtsextremismus als "die große Herausforderung" neben der Gefährdung durch Islamisten.
  • Der Täter filmte seine Tat live, das Video war im Internet aufrufbar. Im Netz ist ein angebliches "Manifest" des mutmaßlichen Attentäters aufgetaucht. Dort schreibt er von seinem Ziel, "so viele Anti-Weiße zu töten wie möglich, vorzugsweise Juden".
  • Am Donnerstagvormittag wurde die Wohnung des Tatverdächtigen durchsucht. Dabei wurden laut Ermittlern weitere Beweismittel sichergestellt. Derzeit wird im Umfeld des 27-Jährigen ermittelt.
  • Kritik an der Polizei gab es vom Zentralrat der Juden in Deutschland und von der Jüdischen Gemeinde in Halle. Die Polizei habe zu lange gebraucht, um an den Tatort zu kommen, außerdem habe sie in der Vergangenheit Ansuchen um Polizeischutz vor Synagogen in Sachsen-Anhalt abgewiesen.
  • Der Vorsitzende der deutschen Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, wies diese Kritik zurück. Neben der Terrorbekämpfung könne sich die Polizei nicht auch noch um Rechtsextremismus kümmern. "Wir können nicht alles vorhersehen", so Malchow.