STANDARD-Livetalk: "Es wird einen türkis-grünen Spirit brauchen"

Liveticker

Ein Koalitionsabkommen auszuhandeln reicht nicht, sagt Politikberater Lockl, ÖVP und Grüne müssen sich auch auf Krisen vorbereiten – Beraterin Glück: Kurz muss Ex-FPÖ-Wähler mitnehmen


Die Hürden sind groß, vielleicht nirgends so groß wie in Klimafragen, weil hier unterschiedliche Meinungen, was Steuer- und Standortpolitik betrifft, aufeinanderprallen und die Wähler von ÖVP und Grünen ganz andere Interessen haben. Aber die Chancen auf eine Einigung zwischen Grünen und ÖVP sind heute wegen äußerer Umstände besser denn je. Mit diesen Worten ließ der Grünen-nahe Politikberater Lothar Lockl am Montagabend im Livetalk "STANDARD mitreden" aufhorchen.

Lockl diskutierte mit der ÖVP-nahen Politikberaterin Heidi Glück über Chancen und Knackpunkte der türkis-grünen Verhandlungen. Lockl: Damit es klappt, "wird es einen türkis-grünen Spirit brauchen". Die beiden Parteien werden also auch vereinbaren müssen, wie sie mit unvorhersehbaren Situation umgehen, etwa wenn es um die Verteilung von Bootsflüchtlingen geht, wo die Positionen sehr unterschiedlich sind.

Glück: Kurz muss FPÖ-Wähler mitnehmen

Heidi Glück erklärte unter anderem, warum Sebastian Kurz weiter betont, dass er es schade findet, dass die FPÖ nicht mit der ÖVP koalieren will. Kurz versuche damit FPÖ-Wählern, die zuletzt ihn gewählt haben, zu symbolisieren: Ich nehmen euch mit. Auch Glück sieht Klimafragen als heikelsten Verhandlungspunkt an, besonders für Unternehmen.

Warum Sie dennoch glaubt, dass die Chancen für eine Koalition zwischen der ÖVP und den Grünen gut stehen und ihrer Meinung nach weder ÖVP noch Grüne eine Exit-Strategie aus den Verhandlungen brauchen: Sehen Sie die Antworten im Video. Ebenfalls spannend: Lockl erklärt, wie die Grünen mit internen Kritikern künftig umgehen müssen, damit es klappen kann. Moderation: András Szigetvari. (red, 11.11.2019)