Österreich soll ab Montag auf Notbetrieb heruntergefahren werden – Kurz: "Bleiben Sie zu Hause!"

Livebericht

Eindringlicher Appell des Bundeskanzlers, möglichst das Haus nicht zu verlassen. Die Regierung kündigt neues Kurzarbeitsmodell und Ende des Nulldefizits an. Heiligenblut steht unter Quarantäne. Immer mehr Länder verhängen Reisesperren.

  • Bundeskanzler Sebastian Kurz hat in Interviews mit österreichischen Tageszeitungen und über den ORF die Bevölkerung noch einmal eindringlich dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Aktuell gebe es nur drei Gründe, das Haus zu verlassen: erstens die Arbeit oder der unaufschiebbare Dienst von Gesundheitspersonal, der Polizei und Menschen im Lebensmittelhandel. Zweitens: notwendige Besorgungen. Und drittens: andere Menschen zu unterstützen, die sich nicht selbst helfen können. "Wir müssen Österreich ab Montag gut vorbereitet auf Notbetrieb herunterfahren", so Kurz.
  • Nach dem Tiroler Paznauntal und St. Anton am Arlberg wurde Samstagfrüh auch für Heiligenblut in Kärnten die Quarantäne ausgerufen. Ein- und Ausreisen sind verboten, Gäste dürfen nach Angabe ihrer Daten ausreisen.
  • Alle, die sich seit 28. Februar in den Gemeinden Ischgl, Kappl, See, Galtür, Heiligenblut oder St. Anton am Arlberg aufgehalten haben, sind dringend aufgefordert, sich in häusliche Selbstisolation zu begeben. Alle, die Kontakt mit Personen hatten, die in diesen Regionen waren, sollten sich ebenfalls selbst isolieren. Das gilt auch, wenn derzeit keine Symptome spürbar sind.
  • Die Regierung kündigte ein vier Milliarden Euro schweres Hilfspaket an, das drei Ziele verfolge: Liquidität in Unternehmen gewährleisten, Arbeitsplätze sichern und in Härtefällen helfen. Finanzminister Blümel kündigte an, dass es 2020 kein Nulldefizit geben werde.
  • Im Nationalrat beginnt das Prozedere, um die Covid-19-Sondermaßnahmen der Regierung auf eine gesetzliche Basis zu stellen. So sollen Montagfrüh das Covid-19-Maßnahmengesetz und das Covid-19-Fondsgesetz in Kraft treten können. Dazu wurden die Gesetzesvorschläge am Samstag im Nationalrat den entsprechenden Ausschüssen zugewiesen, am Sonntag werden sie im Plenum beschlossen und an den Bundesrat weitergereicht. Nach einem positiven Beschluss auch dort können die Sondergesetze nach der Unterschrift des Bundespräsidenten im Amtsblatt veröffentlicht werden. Das alles soll bis Montag, null Uhr geschehen sein.
  • Österreichweit gibt es mit Stand Samstagnachmittag 672 bestätigte Fälle einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Ein 69-jähriger Italien-Rückkehrer mit Vorerkrankungen ist der erste Tote österreichweit infolge der Corona-Epidemie. Sechs Personen gelten aktuell als genesen.
  • Spanien verhängte eine Ausgangssperre. Die Regierung wies die Bevölkerung an, zu Hause zu bleiben.
  • Die Regierung schränkt Gastronomie und Handel ab Montag ein. Nicht versorgungsnotwendige Geschäfte schließen. Lebensmittelhandel, Apotheken, Banken, Trafiken, Tankstellen und einige weitere Geschäfte bleiben offen. Restaurants, Bars und Cafés werden nur bis 15 Uhr geöffnet haben dürfen.
  • Die Messehalle in Wien wird vorsorglich als Betreuungszentrum für leicht Erkrankte vorbereitet. In einem ersten Schritt werden in der Halle A ab nächster Woche 880 Betten verfügbar sein.
  • In Ländern, in denen sich das Virus besonders schnell ausbreitet (Spanien, Schweiz, Frankreich), wird es ab Montag keine Flugverbindungen mehr geben. Seit Mitternacht gibt es Grenzkontrollen zwischen Österreich und der Schweiz.

Weitere Informationen

Die Ages beantwortet Fragen rund um das Coronavirus unter der Nummer 0800 555 621. Sollten Sie Symptome aufweisen, rufen Sie bei der landesweit gültigen Gesundheitshotline 1450 an.

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Bestätigte Fälle und Testungen in Österreich (Gesundheitsministerium)

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(red, 14.3.2020)