Christophe Slagmuylder & Romeo Castellucci auf der STANDARD-Stage

Autorin Marlen Schachinger jetzt on stage

Michael Wurmitzer

16. April 2020, 12:28

DER STANDARD

„Auf die Frage, wovon Autoren leben, lautete die Antwort bisher: Von Lesungen. Aber das können wir bis ins Jahr 2021 vergessen“, lautet Marlen Schachingers für sich und ihre Kollegen düstere Prognose. Von 1000 Euro staatlicher Unterstützung aus dem Corona-Härtefallfonds könne man, so wichtig sie sei, auch nicht monatelang leben. Bleiben zwei Optionen, wenn es nach der Autorin geht: einerseits Verzweiflung, andererseits Aktion.

„Ich habe mich aus Überzeugung für Letzteres entschieden, weil es mir weitaus mehr liegt als Jammerlappenelend“, sagt Schachinger. Gemeinsam mit 19 Kolleginnen hat sie deshalb das Crowdfunding-Projekt „Arbeit statt Almosen“ gestartet. Mit Finanzspritzen von Lesern soll so bis Mitte Mai das Buchprojekt „Fragmente: Die Zeit danach“ finanziert werden. Die Texte darin kreisen passenderweise um das Thema Krise - decken vom Klima, über Altersarmut bis zur Beziehungskrise aber ein weites Feld ab.

Es geht bei der Aktion dem Motto gemäß nicht um milde Gaben, sondern um "Autorinnen, die für ihre Leserinnen und Leser arbeiten wollen. Wir Wortkünstlerinnen schaffen, trotz allgemein lähmender Ohnmacht, neue Denkräume und imaginierte Universen, die nicht nur der Erholung unserer Mitbürger und Mitbürgerinnen dienen, sondern die zur Gestaltung einer Zukunft beitragen“. Visionen tun gerade in Zeiten wie diesen gut. (wurm)