Christophe Slagmuylder & Romeo Castellucci auf der STANDARD-Stage

Liveticker

Mit der STANDARD-Stage geben wir Künstlerinnen und Künstlern der Wiener Festwochen eine Bühne


Seit Beginn der Coronamaßnahmen haben Künstlerinnen und Künstler aus den eigenen vier Wänden starke Lebenszeichen von sich gegeben: mit Wohnzimmerkonzerten, Ansprachen, Lesungen oder Kabaretts. Wir haben ihnen mit der Corona-Stage des STANDARD eine Plattform gegeben. Nun erobert sich die Kultur die geschlossenen Räume zurück!

Die Wiener Festwochen aber gingen 2020 virtuell über die Bühne. "Gesten" ausgewählter Künstler zeigten wir auf der STANDARD-Stage. Auf die Eröffnungsrede (hier) von Kay Sara folgte eine Diskussion zwischen Milo Rau und Tania Bruguera (hier ihr Statement). Der Komponist Bernhard Gander und der Black-Metal-Sänger Attila Csihar gaben einen Eindruck davon, wie ihr Festwochen-Konzert werden hätte können. Markus Schinwald inszenierte einen Totentanz, der chilenische Autor Guillermo Calderón dokumentierte, wie Corona seine Arbeit an Dragón eingebremst hat. Festwochen-Intendant Christophe Slagmuylder trat mit Anne Teresa De Keersmaeker in einen Dialog. Der portugiesische Regisseur Tiago Rodrigues (Interview hier) schickte eine Video-Botschaft aus seinem Haus in Lissabon. Die legendäre Wooster Group aus New York gab einen Vorgeschmack auf ihre Arbeit "The Mother". Bettina Balàka läutete mit einer Lesung die Festwochen in Meidling ein. Der französische Regisseur Philippe Quesne (hier unser Porträt) gab seine Gedanken zur Musik Gustav Mahlers preis. Tim Etchells von Forced Entertainment und die Violinistin Aisha Orazbayeva fanden sich zu einer Live-Improvisation via Zoom ein. Und eine Gespräch zwischen Festwochen-Intendant Christophe Slagmuylder und Regisseur Romeo Castellucci beschloss die virtuellen Auftritte auf der STANDARD-Stage. (Hier ein Textbeitrag von Castelluccis langjähriger Beraterin, der Performance-Expertin Piersandra Di Matteo). Auf der Festwochen-Webseite gehen die Day-by-Day-Gesten noch bis zum Ende am 21. Juni weiter.


Rückblick Wiener Festwochen

16. Mai Kay Sara + Tania Bruguera und Milo Rau

21. Mai Bernhard Gander

23. Mai Markus Schinwald

26. Mai Guillermo Calderón

27. Mai Christophe Slagmuylder spricht mit Anne Teresa De Keersmaeker

28. Mai Tiago Rodrigues

3. Juni The Wooster Group

6. Juni Bettina Balaka

11. Juni Philippe Quesne

14. Juni Tim Etchells + Aisha Orazbayeva (19 Uhr)

17. Juni Christophe Slagmuylder spricht mit Romeo Castellucci (18 Uhr)


Rückblick Corona Stage

In der Isolationszeit begrüßten wir auf der Corona-Stage Gäste, jeweils zugeschaltet aus dem Eigenheim. Den Anfang machten Stefanie Sargnagel und Michaela Landrichter, die humorvoll aus ihrer "Quarantäne-WG" sendeten. Der junge Musiker Lou Asril, den wir bereits hier porträtiert haben , hat uns auf dem Klavier vorgespielt. Der Kabarettist Clemens Maria Schreiner entzückte mit einer Livezuschaltung (über sein jüngstes Programm haben wir hier geschrieben). Die Singer-Songwriterin Pippa ( Album-Kritik hier ) und Hans Wagner von der Band Neuschnee gaben live ein bezauberndes Konzert aus dem Heimstudio. Der Schriftsteller Julian Schutting berichtete uns von "Geschlossen"-Schildern in der Stadt, der Kabarettist Pepi Hopf gab ein paar Schmähs zum Besten und Liedermacher Voodoo Jürgens begeisterte mit seinen modernen Wienerliedern. Musicalsänger Drew Sarich griff zur Gitarre, das Kollektiv Kunst ab Hinterhof streamte eine Gruppenausstellung. Alexandru Cosarca gab eine bunt-queere Performance zum Thema Partnersuche zum Besten und die Musikerin Rey Lenon aus München entführte uns in der Welt des Dark-Dreampop. Der Kabarettist Clemens Haipl witzelte in gutem Zwirn und der Musiker Kmet loopte und groovte aus der Quarantäne. Der Künstler Olivier Hölzl sammelte in einem Video Mitschnitte aus Wuhan, Kabarettist, Rapper und DJ David Scheid legte in seinen Wiener Stubn auf und die Regisseurin Sandra Wollner überließ uns ihren Film "Das unmögliche Bild" für sieben Tage. Nava Ebrahimi las aus ihrem neuen Roman "Das Paradies mein Nachbarn" vor und Lukas Meschik stellte sein Musikprojekt Moll vor. Der Krimiautor Manfred Rebhandl druckte ein paar Gschichtln aus der Vorstadt und die Band Kahlenberg zelebrierte ihr Döblinger Schnöseltum. Kritisch äußerte sich der Provokateur und Künstler Tomak und Manuel Rubey griff zur Gitarre. Raoul Schrott stach zu Ostern auf die hohe See. Caroline Peters rezitierte aus Jelineks Ibiza-Stück "Schwarzwasser" und Ernst Molden entertainte unsere Community. Der Humor-Shootingstar Christoph Fritz las uns aus deinem Tagebuch vor und Wiener Singer-Songwriterin (und Schmuckdesignerin) Miblu lieferte schmucke Mucke. Autorin Marlen Schachinger stellte ihr – noch unveröffentlichtes – Romanprojekt vor, die Künstlerin Lisa Holzer appellierte an die Kunstszene und die Liedermacherin Sigrid Horn sang Chansons im Dialekt. Benjamin Quaderer gab Stellen aus seinem Bestseller "Für immer die Alpen" zum Besten und Michael Masula verlas Texte von Autor und Cartoonist Tex Rubinowitz. Die Autorin Natascha Gangl gab uns in ihr brandaktuelles Pandemie-Stück Einblick, an dem sie bereits seit zehn Jahren werkt und der Kabarettist Mathias Novovesky sorgte live für Lacher. Kabarettistin Sonja Pikart ferzählte über ihre neuen Quarantäne-Hobbys und die Songwriterin Sibylle Kefer stellte ausgewählte Auszüge aus neuen neuen Album vor. "Feenstaub" heißt der neuen Roman von Autorin Cornalia Travnicek, aus dem sie vorlas und die vier Mitglieder der Band Strandhase – auch nicht alle an einem Ort – machten uns mit ein paar ihre Stücke Freude. Fred Schreiber swingte, bevor der Ostbahn Kurti übernahm. Eine bestimmte Namensverwandtschaft besteht zwischen der Autorin Julia D. Krammer und dem Liedermacher Felix Kramer –beide waren bei uns zu Gast. Sie las aus dem Text "Freie Tage", er gab uns eine Kostprobe von seinem neuen Album. Die Schriftstellerin Sophie Reyer las aus ihrem Buch "Das stumme Tal" vor und die Wiener Band Siamese Elefants mischte Garage-Rock mit Popmelodien. Autor Robert Prosser hielt eine flammende Rede über Literatur und Virtualität, Isabel Frey begeisterte mit wundervollen ArbeiterInnenliedern. Die Autorin Kahtrin Röggla teilte ihr "Gefährliches Halbwissen" mit uns und das Multitalent Katie La Folle kombinierte Kabarett mit der Ukulele. Autor Franzobel brachte ein Romanmanuskript mit auf die Bühne und die Band Elsa machte mit einem Hauskonzert das Beste aus der Isolation. Die Band Herr Rose und der Nino aus Wien haben auch schon aufgespielt. Mit einer Kurzgeschichte von Katharina Tiwald und der neuen Single von Christoh starteten wir beschwingt ins Wochenende. Ursula Laudacher las etwas für die Kinder: ein Märchen. Der Künstler Johannes Grenzfurthner schlüpfte in der Rolle des Botschafters Chrusov aus der fiktiven Weinviertler Enklave Sowjet-Unterzögersdorf. Mit schräger Komik ließ sich auch das Kabarett-Duo Flüsterzweieck sehen, während die Band das Trojanische Pferd ihr neues Album vorstelle. Der Grazer Musiker Titus Probst ließ mit seinen Retro-Synths die 80er hochleben und das gefeierte Pop-Duo Anger gab ein paar Tracks vom letzten Album zum Besten. Den Abschluss machten die Autorin Marlene Streeruwitz , die Rapperin Hunney Pimp und die Kabarettist Joesi Prokopetz .