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Mensch laut Studie an Verbreitung neuer Viren schuld

Michael Wurmitzer

8. April 2020, 17:48

Pandemien durch krankmachende Viren, die eigentlich von Tieren stammen, können laut einer neuen Studie in Zukunft häufiger auftreten. Verantwortlich dafür ist demnach der Mensch selbst, der durch die Jagd auf wilde Tiere, den Handel mit ihnen und die zunehmende Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume die Tiere zu immer größerer Nähe zum Menschen zwingt. Je enger der Kontakt wird, desto größer wird auch die Gefahr, dass Krankheitserreger vom Tier auf den Menschen überspringen. Rund 70 Prozent der menschlichen Krankheitserreger sind zoonotisch, das bedeutet, sie machen wie im Fall des neuen Coronavirus den Sprung ("Spillover") vom Tier auf den Menschen.

Für ihre am Mittwoch in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlichte Studie untersuchten US-Forscher um Christine Johnson von der University of California mehr als 140 Viren, von denen bekannt ist, dass sie vom Tier auf den Menschen übertragen wurden. Es zeigte sich auch, dass die Gefahr einer Übertragung am größten ist, wenn eine Tierart durch übermäßigen Konsum durch den Menschen und Lebensraumverlust bedroht ist. "Wir verändern die Landschaft durch Abholzung, Ackerbau oder Viehzucht sowie durch den Bau oder Ausbau unserer Siedlungen", sagt Johnson. "Damit nehmen auch Häufigkeit und Intensität des Kontakts zwischen Menschen und Wildtieren zu - und das schafft die perfekten Bedingungen für das 'Spillover' der Viren."