IWF prognostiziert schlimmste Rezession seit 1930er-Jahren

Livebericht

Differenz bei der offiziellen Bilanz an Todesfällen in Österreich: 332 oder 384 Tote. Scharfe Kritik an Kurz' Aussagen zu Verfassungskonformität von Corona-Gesetzen. Trump friert Zahlungen an WHO ein

Das Wichtigste in Kürze:

  • Am Dienstag erfolgte mit der Öffnung kleiner Geschäfte der erste Schritt für das stufenweise Hochfahren der Wirtschaft. Die Maskenpflicht gilt nicht mehr nur beim Einkaufen im Supermarkt, sondern auch in allen anderen Geschäften, die geöffnet haben, in den öffentlichen Verkehrsmitteln und Taxis. In einer Pressekonferenz sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz: "Wir sind auf Kurs." Wie es mit Sportveranstaltungen aussieht, soll am Mittwoch, ein Fahrplan für Kulturveranstaltung am Freitag bekanntgegeben werden.
  • US-Präsident Donald Trump friert alle Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation ein.
  • Das Gesundheitsministerium hat ein neues Dashboard ausgerollt. Demnach sind in Österreich 332 Personen an Covid-19 gestorben. Auf einer Informationsseite des Ministeriums sind seit Dienstagfrüh nach wie vor 384 Verstorbene angegeben. Offenbar soll die niedrigere Zahl nur direkt an der Lungenerkrankung verstorbene Personen umfassen, die höhere auch jene Personen inkludieren, die positiv auf das Virus getestet wurden, aber an anderen Todesursachen starben.
  • Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkt seine Prognosen in nie dagewesenem Ausmaß. 2020 werde vermutlich die schlimmste Rezession seit den 1930er-Jahren bringen.
  • Die Mittel für die Kurzarbeitsunterstützung werden ein weiteres Mal aufgestockt, diesmal von drei auf fünf Milliarden Euro. Mittlerweile sind für die Arbeitsplätze von 608.607 Menschen entsprechende Anträge gestellt worden, um gut 200.000 mehr als Anfang voriger Woche.
  • Gesundheitsminister Rudolf Anschober kündigte in der "ZiB2" an, eine Expertengruppe soll allfällige Unschärfen in Gesetzen, Verordnungen und Erlässen bereinigen.
  • In acht Salzburger Gemeinden (fünf Gemeinden im Großarl- und Gasteinertal sowie Flachau, Saalbach und Zell am See) wurde am Montag die Quarantäne aufgehoben. In Altenmarkt wird die Quarantäne vorerst bist Mittwoch verlängert, es gibt einen Infektionsherd in einem Altenwohnheim. Bis Mittwoch sollen neue Testergebnisse vorliegen. In Tirol bleiben Sölden, St. Anton am Arlberg und die Gemeinden im Paznauntal bis 26. April in Quarantäne.
  • Der Österreichische Gewerkschaftsbund fordert im Fall einer Staatshilfe für die AUA eine Teilverstaatlichung.
  • In Frankreich werden die Maßnahmen gegen das Coronavirus bis zum 11. Mai verlängert. Erst danach werden Schulen und Universitäten schrittweise geöffnet. Bis mindestens Mitte Juli dürfen keine Veranstaltungen stattfinden, gab Präsident Emmanuel Macron am Montagabend bekannt.
  • US-Präsident Donald Trump holte bei seinem täglichen Press-Briefing am Montag zu einem Rundumschlag gegen Medien und die Demokraten aus und zeigte in beispielloser Manier ein Video, das von US-Medien als Propagandavideo bezeichnet wurde. In den USA sind mehr als 22.000 Menschen infolge des Coronavirus gestorben. Die Vereinigten Staaten haben somit Italien als Land mit den meisten Todesfällen überholt. Allein in New York waren es mit Stand Montag mehr als 10.000 Menschen.
  • Die wichtigste Corona-Regel lautet: Bleiben Sie so weit wie möglich zu Hause, schränken Sie Ihre Sozialkontakte ein. Einkaufen, um die Grundversorgung zu gewährleisten, ist gestattet, der Aufenthalt im öffentlichen Raum nur allein oder mit Personen aus einem gemeinsamen Haushalt. Halten Sie die Abstandsregel von mindestens einem Meter ein.

Weitere Informationen

Die Ages beantwortet Fragen rund um das Coronavirus unter der Nummer 0800 555 621. Sollten Sie Symptome aufweisen, rufen Sie bei der landesweit gültigen Gesundheitshotline 1450 an.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus

Die aktuellen Zahlen zum Coronavirus

Aktuelle Covid-19-Situation in Österreich (Ages)

Bestätigte Fälle und Testungen in Österreich (Gesundheitsministerium)

Hinweise zur Situation und Verhaltensregeln in mehreren Fremdsprachen (Integrationsfonds)

(red, 14.4.2020)