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Corona zwingt Statistik Austria zu Improvisation bei April-Inflation

Laurin Lorenz

17. Mai 2020, 09:59

Wenn am Mittwoch die Statistik Austria die April-Inflation bekannt gibt, stehen die Daten ganz im Zeichen der Coronavirus-Pandemie. Denn wie misst man die Preise für ein Schnitzel im Wirtshaus oder einen Friseurbesuch, wenn sich das Land mit Ausnahme von Supermärkten und Apotheken im Lock-down befindet? Die Statistiker waren quasi zur Improvisation gezwungen - man nennt dies Imputation.

Unter Imputationen verstehe man statistische Verfahren, mit denen fehlende Daten vervollständigt werden können, so die Statistik Austria. Die Statistikbehörde will bei der Veröffentlichung des Verbrauchpreisindex (VPI) am Mittwoch ein besonderes Augenmerk auf die Methodik legen und die angewendeten VPI-COVID-19-Methoden transparent kommunizieren.

Die Statistik Austria misst die Teuerungsrate, indem sie nach einem gewichteten Warenkorb die Preisentwicklung verschiedenster Produkte und Dienstleistungen notiert. Wenn es nun wegen der Ausgangsbeschränkungen und den Geschäftsschließungen keinen Preis gibt, weil es auch das Angebot nicht gibt, kommen verschiedenste sogenannter Imputationsverfahren zur Anwendung.

STANDARD-Recherchen von gestern haben gezeigt, dass seit Ende März alle Presseaussendungen der obersten Statistiker im Land vorab dem Bundeskanzleramt vorgelegt werden - ein Novum und ein äußerst unüblicher Vorgang, der mit einem EU-Kodex unvereinbar sein könnte.