2.782 Neuinfektionen in Österreich, Anschober: "Jetzt geht es um alles"

Allerberger rechnet mit Verdoppelung der Zahlen

Laurin Lorenz

25. Oktober 2020, 13:40

APA / GEORG HOCHMUTH

Im Interview mit dem Radiosender Ö3 warnt der Leiter der Abteilung für Öffentliche Gesundheit der Ages, Franz Allerberger, vor dem bevorstehenden Winter: "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht unser blaues Wunder erleben." Allerberger geht davon aus, dass sich "die Fallzahlen verdoppeln oder noch höher gehen werden”. Ab 4.000 oder 5.000 Neuinfektionen am Tag, müsse man mit Engpässen in der medizinischen Versorgung rechnen. Das Einzige, das helfe ist, die Ausbreitung nach hinten zu verschieben - “'Flatten the curve' wie es heißt."

Er rät, sich mit der Präsenz des Virus abzufinden: “Jeder von uns wird es früher oder später kriegen, außer er stirbt vorher. Es wird keine einfache Lösung geben." Einen Impfstoff prognostiziert Allerberger frühestens für Juli 2021, außerdem meint er: "Ich wette mein letztes Hemd, dass auch kein Medikament kommt, weil Medikamente gegen Viren kann man an einer Hand abzählen.”

Allerdings sagt Allerberger auch, dass man in Sachen Herdenimmunität von hoffnungsvollen Erkenntnissen sprechen könne. Ursprünglich ging man davon aus, dass es eine Durchseuchungsrate von 70 bis 80 Prozent brauche, aber die Werte aus Ischgl, Bergamo oder Wuhan würden zeigen, dass bereits eine Durchseuchung von 42 Prozent für eine Herdenimmunität ausreichen könnte.

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