Vier Todesopfer bei Terroranschlag in Wien – IS reklamiert Anschlag für sich

Livebericht

Der Attentäter wurde erschossen. Innenminister Nehammer kann noch nicht ausschließen, dass es mehrere Täter gab, die Sicherheitswarnung bleibt aufrecht. Es gibt 23 Verletzte

Das Wichtigste in Kürze:

  • Österreich wurde am Montag von einem Terroranschlag erschüttert. In der Wiener Innenstadt sind ab 20 Uhr Schüsse gefallen. Hier finden Sie einen Überblick zu den Ereignissen des Abends und der Nacht.
  • Vier Zivilpersonen und ein Täter kamen ums Leben. Darüber hinaus gibt es 23 zum Teil schwer Verletzte, darunter ein Polizeibeamter.
  • Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) gab am Dienstag bei einer Pressekonferenz bekannt, dass es derzeit keine konkreten Hinweise auf weitere Täter gibt – zur Gänze ausgeschlossen kann das aber noch nicht werden. Die Terrormiliz IS reklamiert den Anschlag für sich – Dienstabend tauchte ein Bekennerschreiben auf. Das Innenministerium überprüft dessen Echtheit noch.
  • Der getötete Angreifer konnte in der Nacht ausgeforscht werden, seine Wohnung wurde aufgesprengt. Es handelt sich um einen 20-jährigen IS-Anhänger mit nordmazedonischem Hintergrund – er besaß sowohl die österreichische als auch die nordmazedonische Staatsbürgerschaft. 2019 wurde er zu 22 Monaten Haft verurteilt, weil er versucht hatte, nach Syrien auszureisen, um sich dort dem IS anzuschließen. Im Umfeld des Täters gab es mehrere Hausdurchsuchungen und Festnahmen, darunter zwei in St. Pölten.
  • Die Schulpflicht ist am Dienstag in Wien ausgesetzt.
  • Es gibt laut Behörden sechs Tatorte in der Innenstadt, an denen geschossen wurde: Morzinplatz, Salzgries, Seitenstettengasse, Graben, Bauernmarkt und Fleischmarkt.
  • Die Polizei fordert die Bevölkerung auf, keine Videos in sozialen Medien zu posten. Wer Videos hat, soll sie der Polizei hier direkt zur Verfügung stellen. 20.000 Beiträge der Bevölkerung gingen bis Dienstagmorgen auf der Plattform ein – dabei handelt es sich um etwas mehr als ein Dutzend Videos, die mehrfach hochgeladen wurden.

Hier finden Sie den Livebericht von gestern Abend zur Nachlese. (red, 3.11.2020)