Anschlag in Wien: Acht der 15 Festgenommenen waren vorbestraft

Livebericht

Ein Ermittlungsstrang führt in die Schweiz. Dort gab es bereits zwei Festnahmen. Ein weiteres Land ist involviert – das Ministerium nennt es aber nicht. Zusammenarbeit mit FBI und Europol

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei einem Terroranschlag in Wien starben am Montag fünf Menschen. Hier finden Sie einen Überblick über die Ereignisse. Laut Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) handelte es sich um einen Einzeltäter. Das hätten die Videoauswertungen bestätigt.
  • Der getötete Angreifer war ein 20-jähriger IS-Anhänger mit österreichischer und nordmazedonischer Staatsbürgerschaft. 2019 wurde er zu 22 Monaten Haft verurteilt, weil er versucht hatte, sich in Syrien dem IS anzuschließen. Im seinem Umfeld gab es 18 Hausdurchsuchungen und 15 Festnahmen, darunter zwei in St. Pölten. Die Festgenommenen sind zwischen 18 und 28 Jahre alt, alle haben Migrationshintergrund, einige sind keine österreichischen Staatsbürger. Acht der 15 Festgenommenen waren bereits vorbestraft. Bei dem Täter war keine Razzia geplant. "Alles andere ist falsch", sagt der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Er dementiert damit Medienberichte, wonach eine Razzia im Umfeld des Täters am Dienstag geplant gewesen wäre, diese durchgesickert sein und den Täter zu einer früheren Umsetzung seiner Tat veranlasst haben könnte.
  • Eine unabhängige Untersuchungskommission soll aufklären, warum das BVT Informationen slowakischer Geheimdienste zum Täter nicht an die Justiz weitergeleitet hat. Die FPÖ veröffentlichte ein Dokument, mit dem die österreichischen Behörden informiert wurden, dass der Attentäter im Juli Munition in der Slowakei kaufen wollte.
  • Der Wiener Grünen-Politiker Martin Margulies fordert den Rücktritt Nehammers. Die FPÖ spricht Nehammer in der Sondersitzung des Nationalrats das Misstrauen aus, auch die SPÖ unterstützt den Antrag, der aber keine Mehrheit im Plenum fand. (red, 5.11.2020)

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(red, 5.11.2020)