Unwetter sorgen in Österreich für massive Überschwemmungen

Livebericht

Zivilschutzalarm in Amstetten, Hallein, Mittersill und Kufstein. 1.200 Feuerwehreinsätze in Wien

Starkregen hat am Wochenende in Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich für Überschwemmungen gesorgt. Die Wetterlage soll sich in der Nacht auf Montag entspannen, erst dann dürfte sich die Lage im Land entspannen.

Salzburg

Nachdem am Sonntagnachmittag die intensiven Regenschauer in Salzburg nachgelassen haben, haben sich auch die Pegelstände an der Salzach stabilisiert. Wie der hydrografische Landesdienst mitteilte, stieg der Pegel im Oberlauf von Wald bis Bruck nicht mehr weiter und auch zwischen Golling und Oberndorf sank seit Mittag der Wasserstand. Durch Wassermengen aus den Seitentälern des Pinzgaus sind Retentionsbecken der Salzach jedoch am Anschlag.

Tirol

Der starke Regen in der Nacht auf Sonntag hat auch in Tirol vor allem der Bezirkshauptstadt Kufstein im Unterland nahe der Grenze zu Bayern zu schaffen gemacht. "Die Innenstadt steht in einer Form unter Wasser, wie wir es noch nie erlebt haben", sagte Bürgermeister Martin Krumschnabel. Die Einsatzkräfte waren seit Samstagabend stark gefordert: Die Leitstelle verzeichnete 536 Feuerwehreinsätze. Kufstein war dabei ein absoluter Hotspot, knapp die Hälfte der Ausrückungen mussten dort absolviert werden. In der Stadt Kufstein begannen die Aufräumarbeiten, berichtete das Land.

Oberösterreich

In Oberösterreich kam es ab Samstagnachmittag zu lokalen Überflutungen, Vermurungen, Hangrutschen und vollgelaufenen Kellern. Wegen ansteigender Pegelstände an Inn und Donau wurde der mobile Hochwasserschutz errichtet. In Schärding am Inn war er Sonntagmittag vollständig aufgebaut, in Grein an der Donau wurde ebenfalls daran gearbeitet. Zivilschutzwarnungen in Schärding und Steyr blieben aufrecht.

Niederösterreich

Tausende Mitglieder von 240 Feuerwehren waren am Sonntagabend bei rund 600 Einsätzen beschäftigt. In Ferschnitz und Neuhofen a. d. Ybbs (jeweils Bezirk Amstetten) wurde Zivilschutzalarm ausgelöst. In Neuhofen stand der Friedhof unter Wasser. Für Aschbach wurde eine Zivilschutzwarnung ausgelöst. Der Pegel der Donau erreichte am Sonntag im Bezirk Krems die Hochwasseralarmstufe. Das Bundesheer unterstützte die Feuerwehren im Bezirk Melk.

Wien

Starke Regenfälle und Gewitter sorgten auch im gesamten Wiener Stadtgebiet für Dauereinsätze der Feuerwehr. Bisher seien mehr als 1.200 Einsätze durchgeführt worden, teilte die Wiener Berufsfeuerwehr mit. Bei den meisten Einsätze habe die Berufsfeuerwehr wegen überschwemmter Keller und Unterführungen oder durch den Regen überflutete Fahrbahnen ausrücken müssen. In der Neuen Donau herrscht Badeverbot.

Kärnten

Im Seebachtal in der Gemeinde Mallnitz in Kärnten ereigneten sich am Samstagnachmittag mehrere Murenabgänge. Ein Hüttenwirtehepaar, das sich noch auf ihrer Hütte in 1.338 Metern Seehöhe befand, habe daher nicht mehr ins Tal gelangen können und sei ausgeflogen worden, teilte die Polizei mit. Weitere Personen oder Häuser seien nicht in Gefahr gewesen. Die Straße bzw. der Wanderweg in Richtung Stappitzer See – Schwußnerhütte seien gesperrt worden. (red, APA, 18.7.2021)