Wien - "Wir verhandeln in Wien mit der UNO um die Aufhebung des Embargos", erklärte der irakische Außenminister Naji Sabri bei seiner Ankunft dem STANDARD: "Allerdings wünschen wir keine Einmischung diverser Ausbeuterkräfte in diesen Fragen. Ich habe mit dem UNO-Generalsekretär vereinbart, dass wir auf diesen Prinzipien unsere dritte Verhandlungsrunde in Wien fortsetzen." Mit Ausbeuterkräfte meinte Sabri dezidiert die USA und Großbritannien. Kofi Annan könne aufgrund der UN-Charta vorurteilslos und ohne Veto-Möglichkeit aus Washington oder London verhandeln. Falls die USA jetzt versuchen würden, das Regime in Bagdad zu stürzen, so werde das laut Sabri nicht gelingen: "Dieses Ziel sitzt nur in den Köpfen dieser Ausbeuter." "Wir verlangen von der UNO und allen anderen Ländern, die Sicherheitsbeschlüsse zu verwirklichen, vor allem die USA und Großbritannien verstoßen permanent gegen diese Beschlüsse. Sie stellen die Souveränität des Irak infrage", wetterte der empörte Außenminister Sabri. Einen Freund habe er allerdings: "Herr Haider. Irak und Österreich verbinden traditionell gute Beziehungen, auch während des Embargos." (Raad Bayati/DER STANDARD, Printausgabe, 5.7.2002)