Wien - SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl hat das Schweigen der FPÖ-Chefin und Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer zu den "skandalösen Entgleistungen des FP-Volksanwalts und früheren freiheitlichen Klubobmanns Ewald Stadler" als "nicht länger tragbar" kritisiert. Eine "klare Distanzierung von der unglaublichen Verharmlosung des Nationalsozialismus durch einen maßgeblichen FPÖ-Politiker" und ein "Machtwort in Form einer unmissverständlichen Rücktrittsaufforderung an Stadler" sind für Kuntzl unerlässlich. Indem Riess-Passer ihren Generalsekretär Peter Sichrovsky vorschiebe und selbst kein Wort zu den Stadler-Aussagen verliert, stelle sie wieder einmal ihre Führungsschwäche unter Beweis. Aus "Angst, einen nächsten Fall Gaugg zu erleiden", verzichte Riess-Passer gleich auf ein Machtwort gegen Stadler, sagte Kuntzl. Der Vorsitzende der SP-Bundesratsfraktion, Albrecht Konecny, meinte, Stadler sei kein Einzelfall in der FPÖ. "Aber er ist ein Wiederholungstäter, der bei jeder Gelegenheit die Befreiungsideologie, womit er nichts anderes als die wissenschaftlich abgesicherte Geschichtsaufarbeitung meint, attackiert". Stadler sei zur Symbolfigur der FPÖ-Revisionisten geworden, kritisierte Konecny. (APA)