Berlin - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung im Juni nur geringfügig auf knapp 3,93 Millionen gesunken. Im Vergleich zum Mai seien im Juni rund 20.000 Menschen weniger arbeitslos gemeldet gewesen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Arbeitsmarktexperten. Damit liege die unbereinigte Arbeitslosenzahl um rund 230.000 höher als im Vorjahresmonat und erreiche den höchsten Juni-Wert seit drei Jahren. Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums sagte am Donnerstag in Berlin, er könne den Bericht nicht bestätigen. Die Bundesanstalt für Arbeit werde die offiziellen Zahlen am kommenden Dienstag vorlegen und sei derzeit noch mit der Berechnung beschäftigt. Dem Zeitungsbericht zufolge verzeichneten erstmals in diesem Jahr auch die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg wieder einen Anstieg der Arbeitslosigkeit.Im Mai hatte die unbereinigte Zahl der Arbeitslosen bei 3,946 Millionen gelegen. Saisonbereinigt war eine Zunahme um 60.000 verzeichnet worden. Die statistisch von jahreszeitlichen Einflüssen bereinigte Zahl der Arbeitslosen kletterte auf 4,042 Millionen. Wirtschaft mitten im Aufschwung Nach Einschätzung des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder befindet sich die Konjunktur bereits mitten in einem Aufschwung, der an Dynamik gewinnt. "Der Aufschwung startet durch", sagte Schröder seinem Redetext zufolge am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Bundestag. Der Konjunkturaufschwung gewinne an Dynamik, erfasse alle Branchen und werde damit Beschäftigung sichern sowie neue Arbeitsplätze schaffen. Der Kanzler bestätigte die Prognose der Regierung, wonach im laufenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von rund 0,75 Prozent erwartet wird. Im kommenden Jahr werde das Wachstum dann deutlich auf 2,5 bis drei Prozent zulegen. "Wir haben ein solides Fundament für einen kräftigen Aufschwung gelegt", sagte Schröder dem Redetext zufolge. Die deutsche Wirtschaft sei wettbewerbsfähig wie nie zuvor. Sie sei robust und leistungsstark. Die deutsche Exportwirtschaft habe den Einbruch des Welthandels so gut wie sonst keine überstanden. Damit beständen die besten Aussichten, stärker vom Aufschwung zu profitieren als andere Länder. Dies gebe Anlass zur Zuversicht. An ihrer Politik der Steuersenkungen mit nächsten Senkungsschritten 2003 und 2005 werde die Regierung festhalten. (APA/Reuters)