Wien - Wechsel an der Spitze der Außenhandelsorganisation der Wirtschaftskammer (WKÖ): Der ehemalige Bürochef von Leopold Maderthaner, Walter Koren (47), rückt an die Spitze der Außenwirtschaftsorganisation (AWO). Koren hofft, während der kommenden fünf Jahre die Zahl der Exportbetriebe verdoppeln und das österreichische Ausfuhrvolumen von zuletzt jährlich 74,3 Mrd. auf 100 Mrd. Euro steigern zu können. Doch schon heuer droht der heimische Export hinter seinen ehrgeizigen Zielen zurück zu bleiben: 4,5 Prozent Exportwachstum sind für heuer geplant, im ersten Quartal konnten die Betriebe aber nur um magere 0,3 Prozent mehr ans Ausland liefern als im vergangenen Jahr. WKÖ-Chef Christoph Leitl nutzte am Donnerstag die Präsentation Korens zu einem Appell an Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ): Das Finanzministerium möge endlich grünes Licht für ein Exportförderprogramm geben, das dem Ressort seit Monaten zur Prüfung vorliegt. Mit dem auf drei Jahre laufenden Programm sollen "Neulinge" beraten, "Exportcluster" gefördert und ein besonderer Schwerpunkt auf nicht-europäische Märkte gelegt werden. Die Kosten des Programms - 25 Mill. Euro - sollen je zur Hälfte von Wirtschaftskammer und Staat getragen werden. Die Mittel dafür lägen bei Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) bereit, es fehle nur mehr die Genehmigung des Grasser-Ressorts, sagte Leitl: "Wenn wir heuer noch etwas bewegen wollen, muss das rasch kommen - jeder Tag zählt". Immerhin bedeute jeder Prozentpunkt Export weniger den Entgang von 7.000 Jobs und einen halben Prozentpunkt weniger Wirtschaftswachstum. Koren folgt Egon Winkler Koren, zuletzt Handelsdelegierter in Mexiko, folgt Egon Winkler (66) nach, der die Außenhandelsorganisation während der vergangenen zehn Jahre leitete. Winkler, der noch bis Jahresende stellvertretender WKÖ-Generalsekretär ist, rührt seit dem 1. Juli international die Werbetrommel für die Bewerbung Salzburgs für die Olympiade 2010. Die AWO, früher Außenhandelsorganisation, ist während der vergangenen zehn Jahre zwei Mal kräftig zur Ader gelassen worden: 1995, als nach dem EU-Beitritt die Kammerfinanzierung geändert werden musste und 2001 bei der Kammerreform. Während die Organisation Anfang der Neunzigerjahre noch ein jährliches Budget von etwa 2,4 Mrd. S (174 Mill. Euro) zur Verfügung hatte, waren es 2001 nur mehr 79,2 Mill. Euro. Die Zahl der (vollen) Außenhandelsstellen sank in diesem Zeitraum von 90 auf heute 70. Exportbetriebe verdoppeln Koren will in den kommenden fünf Jahren die Zahl der Exportbetriebe von derzeit 15.000 auf rund 30.000 verdoppeln und die als zu hoch empfundene Abhängigkeit der österreichischen Ausfuhren vom EU-Raum etwas abmildern. "Unser Übersee-Anteil liegt derzeit nur bei 15 Prozent, das ist im Vergleich mit anderen EU-Ländern eher gering - daher wollen wir 20 Prozent erreichen", sagte Walter Koren am Donnerstag bei seiner Antrittspressekonferenz. "Wir werden den österreichischen Exporteuren den roten Teppich ins Ausland legen", erklärte Koren programmatisch. (APA)