Wien - Das Jahr 2001 war für die Österreichische Tourismuswirtschaft sehr erfreulich, wie aus dem am Donnerstag vorgestellten Bericht des Wirtschaftsministeriums über die Lage der Tourismus- und Freizeitwirtschaft in Österreich hervorgeht. Rund 27 Millionen Gäste generierten einen Umsatz von 16,5 Mrd. Euro und bewirkten eine Nächtigungssteigerung von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 83,7 Millionen Nächtigungen fallen dabei auf ausländische und 31,4 Millionen auf inländische Gäste. Mit einer geschätzten Höhe von 1.636 Euro sei Österreich laut Bericht auch 2001 "Weltmeister" bei den Pro-Kopf-Einnahmen aus dem internationalen Reiseverkehr. Insgesamt ergaben direkte und indirekte Wertschöpfung von Tourismus- und Freizeitwirtschaft für 2001 einen Wert von 37,65 Mrd. Euro, was einem BIP-Anteil von 17,9 Prozent - nach Berechnungen im Rahmen des Tourismussatellitenkontos TSA, das 2001 eingeführt wurde - entspreche. Betriebe investieren wieder "Besonders erfreulich" findet Tourismusstaatssekretärin Mares Rossmann, die den Bericht präsentierte, auch die Tatsache, dass die Tourismusbetriebe wieder mehr investieren: Mehr als die Hälfte der Investitionen würden dabei in Modernisierung und Qualitätsverbesserung (55 Prozent) gehen. Weiters würde in die Betriebsgrößenoptimierung (14 Prozent), in den Umbau (8 Prozent) und die Angebotsentwicklung (12 Prozent) Geld gesteckt. Der Bund hat laut Tourismusbericht im vergangenen Jahr rund 56 Millionen Euro an Garantievolumen übernommen. Die Garantien gewinnen immer mehr an Bedeutung: "Mit dem Garantieinstrument können Betriebe in die Bonität geführt werden, damit sie nicht in Basel II fallen", so Rossmann. Die Garantien könnten in Zukunft auch auf Landesebene ausgeweitet werden. Tourismusberufsimage soll besser werden Die Arbeitswelt im Tourismus sowie die strategischen Schwerpunktprogramme "DMMA - Destinations Management Monitor Austria" und "Clusterinitiative: Austria - Wellbeing Destination of Europe" standen am Donnerstag im Mittelpunkt des Lageberichts der Tourismus- und Freizeitwirtschaft, der von Tourismus-Staatssekretärin Mares Rossmann präsentiert wurde und dem Nationalrat zur Debatte vorgelegt werden wird. Laut Rossmann wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die zu den Themenbereichen Aus- und Weiterbildung, Arbeitsmarkt und Rahmenbedingungen Maßnahmen erarbeite. Zum einen soll das Image der Berufsgruppe gestärkt werden: Dazu habe man bereits Kampagnen in Hauptschulen gestartet, die "hervorragend angenommen wurden", so Rossmann. Sie rechnet mit einer Quote von zehn Prozent der 1.000 erreichten Schülern, die eine Lehre im Tourismus starten würden. Zum anderen sollen neue Berufsbilder wie das des "Wellness-Betreuers" geschaffen werden. Mit Jänner 2003 werde es diese Ausbildung geben, das Potenzial sei auch hier sehr hoch. Einen Erfahrungswert habe die Rogner Therme Bad Blumau geliefert, die 35 Lehrlinge in diesem Bereich aufgenommen habe. Schulungsprogramme für Saisonniers Von den Sozialpartnern wünscht sich Rossmann die Entwicklung von Schulungsprogrammen für Saisonniers, die den Betrieben präsentiert werden können. Das AMS würde finanzielle Mittel bereitstellen. Auch seien konkretere Nachschulungs- und Wiedereinsteiger-Programme gefordert, so Rossmann. Für die Zukunft sieht Rossmann auch großes Potenzial im Flug-Incoming-Bereich, vor allem was die "Back-flights" der Charterflüge betreffe. So sollten laut Rossmann nicht nur Österreicher etwa nach Spanien geflogen werden, sondern damit gleich Spanier nach Österreich. Den Urlaubern aus den GUS-Staaten, die besonders im Winter sehr zahlreich anreisen, soll die Alpenrepublik auch im Sommer schmackhaft gemacht werden. (APA)