Jammu - Die indische Armee hat in Kaschmir mit der Räumung von Landminen an der Grenze zu Pakistan begonnen. Angesichts zahlreicher in die Region zurückkehrender Bewohner werden nach Militärangaben vom Donnerstag zuerst dicht bevölkerte Gebiete und landwirtschaftliche Flächen geräumt. Wegen wachsender Spannungen und schwerer Gefechte waren rund 150.000 Menschen vor sechs Monaten geflohen. 70.000 Hektar Land entlang der so genannten Waffenstillstandslinie, die die umstrittene Kaschmir-Region in einen indischen und pakistanischen Teil trennt, sind den Angaben zufolge vermint. Nach Militärangaben begann die Armee in den vergangenen Tagen mit der Minenräumung in den Sektoren Ranbir Singh Pura und Hiranagar entlang der Grenze etwa 30 Kilometer westlich von Jammu. Die Räumung sei ein weiteres Zeichen der Entspannung in der Auseinandersetzung der Atommächte um die Kaschmir-Region. Ein Sprecher des pakistanischen Außenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AP, jedes Signal der Deeskalierung sei willkommen. Die Minenräumung müsse jedoch noch bestätigt werden. Im Kaschmirkonflikt sind allein in den vergangenen zwölf Jahren rund 60.000 Menschen umgekommen. Indien wirft Pakistan vor, die militanten Moslems in der Region zu unterstützen, was das Nachbarland stets zurückgewiesen hat. Die Spannungen zwischen den beiden Atommächten hatten in den vergangenen Wochen erneut einen Höhepunkt erreicht, so dass ein neuer Krieg befürchtet worden war. (APA/AP)