Wien - In der T-Mobile-Bundesliga, die am Dienstag Abend im Horr-Stadion (19:30) in Absenz des in die Insolvenz geschlitterten Champions FC Tirol mit dem Match Austria Wien - SV Ried eingeleitet wird, deutet vieles auf ein Ende der Wiener Durststrecke hin. Rapid, zuletzt 1996 erfolgreich, kommt für den Titel wohl nicht in Frage, dafür Großeinkäufer Austria Wien, der angesichts seines exzellenten Kaders (u.a. mit den Ex-Tirolern Gilewicz und Panis sowie Heimkehrer Flögel) allgemein als Topfavorit gehandelt wird und sich erstmals seit 1993 in die Meisterliste eintragen könnte. Während die Konkurrenz, nicht zuletzt durch den FC-Tirol-Absturz gewarnt, zum Großteil kleinere Brötchen backen musste, machen die Millionen von Hauptsponsor Frank Stronach Favoriten zu einer Oase im heimischen Fußball. Mit der erstmaligen Teilnahme am UEFA-Cup seit 1995 (Out in Runde eins gegen Dynamo Minsk) haben die "Veilchen" nach dem Erfolgsrun im Frühjahr unter Interimscoach Didi Constantini ihre leidgeprüften Fans bereits etwas versöhnt, nun will man die Vormachtstellung im Land übernehmen. Schachner: "An der Spitze etablieren" "Wir wollen eine stabile Mannschaft für die Zukunft formen und uns an der Spitze etablieren", erklärte Neo-Trainer Walter Schachner, der trotz der immensen Dichte in seinem Kader die elf Fixstarter für die Heimpartie gegen Ried bereits im Kopf hat. "17, 18 Spieler haben absolut das Anrecht zu spielen", weiß auch Sportdirektor Peter Svetits, der seit seinem Amtsantritt einiges bewegt und die "Austria neu" mitgebildet hat, über die Qual der Wahl. Svetits hat aber "vollstes Vertrauen" in seinen Coach. Als "Schlüsseltransfer" bezeichnet der Ex-GAK-Boss die umstrittene Verpflichtung des früheren Rapid-Kapitäns Ratajczyk Anfang des Jahres. "Das war der Knackpunkt. Ratajczyk ist einer der besten Spieler in der Bundesliga und hat der Defensive die nötige Stabilität gegeben." Ein großer Kader mit hoher Qualität bedeutet aber auch zwangsläufig, dass sich einige "Stars" des Öfteren auf der Ersatzbank wiederfinden werden. Doch "Schoko" geht davon aus, dass es keine Probleme gibt: "Wir gehen einen Weg auf mehrere Jahre. Dazu brauchen wir einen großen Kader. Jeder ist hundertprozentig Profi, jeder verdient viel Geld und muss akzeptieren auf der Bank zu sitzen. Das ist auch bei den Bayern so". Mitleidiger Blick nach Hütteldorf Ein wenig Mitgefühl hat Schachner mit seinem "Cordoba-Kumpel" Josef Hickersberger, der ja beim Erzrivalen Rapid angeheuert hat. "Er kann einem schon ein wenig leid tun. Bis jetzt wurden fast nur Spieler abgegeben, was soll man da als Trainer machen?". Sein Sportdirektor Svetits betont aber stets, dass auch bei der Austria kostengünstig eingekauft wurde und wird: "Das wird von der Öffentlichkeit falsch dargestellt. Bei uns wurde das Geld ja auch nicht abgeschafft. Es kommt nicht darauf an, ob die Spieler teuer oder billig sind, sondern ob sie gut sind." Ob allerdings die immer wieder verkündete Hoffnung von Big Spender Frank Stronach ("Wir wollen in der Champions League ernsthaft mitspielen") realisiert werden kann, bleibt abzuwarten. "Die Qualität ist da. Jetzt muss sich die Mannschaft finden und das Gefüge muss passen. Dann kann diese Mannschaft auch für den einen oder anderen internationalen Erfolg sorgen", glaubt Svetits. Mit einem Stronach im Rücken fühlt man sich aber auf jeden Fall um einiges wohler. "Wenn wir einen starken Spieler brauchen, dann wird er uns das auch in Zukunft ermöglichen", sagt Schachner, der weiter von einem "offenen" Geldhahn Stronachs ausgeht.(APA)
  • Meisterschafts-Platzierungen der Austria seit 1993 (letzter Meistertitel): 1994: 2. (Cupsieger) - 1995: 4. - 1996: 5. - 1997: 6. - 1998: 7. - 1999: 7. - 2000: 4. - 2001: 5. - 2002: 4.