Wien - "Schwammig und unausgegoren" ist für die Grüne Justizsprecherin Terezija Stoisits der von der ÖVP präsentierte ÖVP-FPÖ-Vorschlag für eine Nachfolgeregelung zum Homosexuellen-Paragrafen 209. Sie forderte in einer Aussendung am Donnerstag die "sofortige und ersatzlose" Streichung des Paragrafen 209. Nur damit könne verhindert werden, dass bis Februar 2003, der Frist des Verfassungsgerichtshofes (VfGH), weitere Verurteilungen erfolgen können. Eine Änderung des Sexualstrafrechts dürfe jedenfalls nicht im "Schnellschuss" ohne Diskussion mit Experten beschlossen werden. Der VP-FP-Vorschlag diene nur dazu, "die vom VfGH zugefügte Niederlage durch die Streichung des Par. 209 zu kaschieren", merkte Stoisitis an. "Schwammig" sei er, weil Rechtsbegriffe wie "mangelnde Reife" oder "Zwangslage" viel zu unbestimmt seien. Als "unausgegoren" erachtet Stoisits, dass Sex gegen Entgelt mit unter 18-Jährigen mit bis zu drei Jahren Kerker sanktioniert werden soll. "Damit ist nicht ausgeschlossen, dass eine 19-jährige Frau ihren 17-jährigen Freund zum Abendessen einlädt, mit ihm anschließend Sex hat und dann dafür bestraft werden kann", meinte die Grüne Justizsprecherin.(APA)