Wien - Die frühere Infrastrukturministerin Monika Forstinger (F) gerät immer mehr ins Schussfeld der Kritik. Während neue Vorwürfe zu den offenbar gesetzwidrigen Auftragsvergaben laut werden, berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe, dass die im Februar aus der Regierung ausgeschiedene Forstinger immer noch ihr Ministergehalt von 14.837 Euro bezieht. Laut Bundesbezügegesetz hat Forstinger ein volles Jahr lang Anspruch auf Gehaltsfortzahlung, solange sie keinen neuen Job annimmt. Die Republik Österreich überweise deshalb jedes Monat 14.837,24 Euro auf Forstingers Konto. Abzüglich Steuern und Abgaben bleiben ihr daher rund 100.000 Euro netto im Jahr über, berichtet Format. Neue Vorwürfe "Format" liegen eigenen Angaben zufolge auch Dokumente vor, wonach die umstrittenen Auftragsvergaben bereits vor der Ausschreibung mit Forstinger abgesprochen worden seien. Konzepte, die die Agenturen Publico Salzburg und IRO & Partners vor der Ausschreibung gemeinsam mit Forstinger ausgearbeitet haben, hätten sich passagenweise in den offiziellen Angeboten wieder gefunden. Forstingers Anwalt Claus Casati dementierte: "Im Vorfeld wurde überhaupt nichts abgesprochen." Auch SPÖ-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter berichtete am Donnerstag von einem Schreiben der Publico an Verkehrsminister Mathias Reichhold vom 26. Februar 2002, aus dem hervor gehe, dass Forstinger auch aktiv in die Erstellung eines "Detailkonzepts für Krisenkommunikation" durch das Unternehmen eingebunden gewesen sei. Kräuter kündigte an, im Rechnungshofausschuss eine Gegenüberstellung Forstingers mit ihrem ehamaligen Kabinettschef Hans-Jürgen Miko zu beantragen, um die Widersprüche in den Aussagen aufzuklären. (APA)