Hamburg - Nach dem Golfkrieg haben die Vereinten Nationen vom Irak die "bedingungslose Vernichtung" seiner Massenvernichtungswaffen verlangt. Im Oktober 1991 verpflichtete der Sicherheitsrat das Land zudem, die zur Kontrolle und Beseitigung der Waffen eingesetzte Kontrollkommission UNSCOM umfassend zu unterstützen. Nach massiven Behinderungen verließen die Inspektoren 1998 das Land. Mit unterschiedlichen Begründungen hatte sich die Regierung in Bagdad immer wieder geweigert, mit den Inspektionsteams zu kooperieren. Zur Eskalation kam es, als die Vereinten Nationen 1998 darauf bestanden, die so genannten Präsidentenpaläste zu inspizieren. Zwei Mal konnte ein drohender Militärschlag verhindert werden. Im Dezember 1998 reagierten die USA und Großbritannien schließlich auf erneute Behinderungen der Waffeninspektoren mit Luftangriffen. Die Inspektoren verließen den Irak und durften nicht wieder einreisen. Im Interesse der Bevölkerung wurden 1995 die Handelssanktionen gelockert. Seitdem erlaubt das Programm "Öl für Lebensmittel" dem Irak, Erdöl zu exportieren. Die Erlöse muss das Land aber unter UNO-Aufsicht in Nahrung und Medikamente investieren. Bevor alle Beschränkungen aufgehoben werden können, wollen die Vereinten Nationen klären, ob der Irak noch Massenvernichtungswaffen baut oder versteckt hält. Auf Abruf stehen mehr als 200 Spezialisten der UNSCOM-Nachfolgeorganisation UNMOVIC bereit. (APA/dpa)