Graz/Wien - Im Vorfeld der elektronischen Maut, die ab 1. Oktober 2003 oder spätestens ab 1. Jänner 2004 kommen soll, wird die Autobahnen und Schnellstraßen Finanzierungs AG Asfinag eine Umstellung der Lkw-Kategorien auf den bestehenden Mautstrecken per 1. September d.J. durchführen. Die Kritik von den Wirtschaftskammern Oberösterreichs und der Steiermark, dass es zu enormen Verteuerungen komme, wurde am Donnerstag zurückgewiesen: Die Umstellung sei aufkommensneutral, begünstige Einzelfahrten und Lieferwagen und gehe zu Lasten von häufig fahrenden Lkw. Im Hinblick auf das Road Pricing, wo nach den Kategorien Gewicht und Achsen bemautet werde, sei eine Neugestaltung des Tarifgefüges notwendig, argumentiert Klaus Schierhackl von der Asfinag. Vielfahrer-Vergünstigungen, wie die 100-Fahrten-Karte, würden abgeschafft, dafür werde die Einzelfahrt z.B. bei der Gleinalm-Maut von 34,50 auf 24,50 Euro verbilligt. Künftig werden außerdem Lieferwagen wie Pkw eingestuft, was für das Klein- und mittelständische Gewerbe Entlastungen bringe, so Schierhackl. Neben Gleinalm und Bosruck sind die mautpflichtigen Abschnitte Tauern, Brenner, Arlberg und Karawanken betroffen. Heftige Kritik war vor allem von den Wirtschaftskammern gekommen, die in der Neuordnung vor allem Belastungen für die regionale Wirtschaft sieht. De facto werde die Maut auf der Gleinalm-Strecke zweieinhalb Mal so teuer, beklagte der steirische WK-Vizepräsident Gilbert Frizberg und appellierte an Verkehrsminister Mathias Reichold (F), die Vorschläge der Asfinag nochmals überprüfen zu lassen. Seitens der Asfinag wurde ergänzt, dass die besagte 100-Fahrten-Karte noch bis 30. August d.J. zu erwerben ist und ein Jahr Geltungsdauer hat, d.h. die Umstellung praktisch ohnehin erst mit der Einführung des neuen Mautsystems erfolge. (APA)