Gaza - Die drei von Palästinenserpräsident Yasser Arafat entlassenen Sicherheitschefs haben ihre Ämter abgegeben. Arafat unterzeichnete nach offiziellen Angaben die Entlassungsurkunde für den Chef des Sicherheitsdienstes im Westjordanland, Jibril Rajoub. Als dessen Nachfolger wurde mit sofortiger Wirkung der ehemalige Bürgermeister der Stadt Jenin, Suher Manafrah, ernannt. Rajoub sei dafür unmittelbar auf Manafrahs Posten gefolgt. "Ich akzeptiere die Entscheidung und ich werde sie annehmen", sagte Rajoub vor der Unterzeichnung. Er kritisierte die Autonomiebehörde jedoch dafür, ihn nicht sofort informiert zu haben. Er habe die Neuigkeit durch den "Geheimdienst eines arabischen Landes" erfahren. Rajoub hatte Berichte über seine Entlassung am Mittwoch noch vehement dementiert. Polizeichef Ghazi Jabali, dessen Entlassung ebenfalls von Arafat angekündigt worden war, reichte nach offiziellen Angaben seinen Rücktritt ein. Als dritter bekannte sich Zivilschutzchef Mahmud Abu Marzouk zu seiner Entlassung. "Ich akzeptiere die Entscheidung von Präsident Arafat und ich erwarte, über das weitere Vorgehen informiert zu werden", sagte Marzouk vor Journalisten in Gaza. Sein Nachfolger, General Omar Ashur, sei bereits zu ihm ins Büro gekommen und habe ihn um Hilfe gebeten. Arafat hatte in der Nacht zum Mittwoch als Beweis für seinen Reformwillen angekündigt, Jabali, Rajoub und Marzouk zu entlassen. Mit seinen Reformen will Arafat eine Straffung des zersplitterten Sicherheitsdienstes erreichen. Die Schwierigkeiten bei der Umsetzung wurde von Beobachtern als Zeichen für Arafats Schwäche gewertet.(APA)