Wien - Nach der am Dienstag erfolgten Typenentscheidung für die Abfangjäger-Nachfolge - die Wahl fiel auf den "Eurofighter" des deutsch-britisch-italienisch-spanischen Konsortiums EADS - steht Finanzminister Karl-Heinz Grasser jetzt in Verhandlungen mit Verteidigungsminister Herbert Scheibner (beide F) um die "beste Variante" bei den Finanzierungskonditionen. Der Ankauf werde voraussichtlich über neun Jahre zu finanzieren sein, sagte Grasser. Angesichts eines budgetären Jahresausgabenrahmens von rund 60 Mrd. Euro hätten die erwarteten Jahresraten von 250 bis 350 Mill. Euro eine "untergeordnete Größe", meinte er am Donnerstagabend am Rande der Präsentation des "Wirtschaftsberichts 2002". Bei der Veranstaltung heute Abend in der Wiener Börse hatte zuvor Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) die Anschaffung der neuen Abfangjäger verteidigt: Innere und äußere Sicherheit seien eine der Grundvoraussetzungen für Auslandsinvestitionen. Die erwarteten Offsetgeschäfte ("Gegengeschäfte") von rund 6 Mrd. Euro gelte es genau zu kontrollieren: "Ich würde ungern so eine Chance liegen lassen." Und er gehe davon aus, dass diese Chancen genutzt würden. Wie berichtet, wurde ein Pönale für den Fall vereinbart, dass Gegengeschäfte nicht im vereinbarten Umfang abgeführt werden. Als "Kontrolleure" sind nach Angaben aus dem Wirtschaftsministerium das Wifo und das IHS vorgesehen. Finanzminister Grasser hatte bereits unmittelbar nach der Ankaufsentscheidung fest gehalten, dass ein "striktes Controlling" nötig sein werde. Schließlich soll rund ein Drittel der Abfangjägerkosten über die Offset-Geschäfte wieder budgetwirksam in den Staatssäckel zurückfließen.(APA)