Jerusalem - Die von Israel gesuchten mutmaßlichen Terroristen im Westjordanland sind laut israelischen Angaben inzwischen fast alle festgenommen oder getötet worden. Es bestehe kein Zweifel daran, dass die Spitzen von Hamas, Islamischem Dschihad und Tansim-Miliz außer Gefecht seien, sagte ein ranghoher Regierungsbeamter am Donnerstag in Jerusalem. Die Hamas wies dies jedoch zurück. Ein Hamas-Führer im Gazastreifen, Abdel Aziz Rantisi, sagte, Israel habe zwar mehrere Aktivisten der Miliz festgenommen. Darunter seien jedoch keine ranghohen Kämpfer gewesen. Auch der Chef des Islamischen Dschihad in Jenin, Bassam Sadi, räumte mehrere Festnahmen ein, betonte jedoch, dass seine Organisation nach wie vor stark sei. Ein Beweis dafür sei ein Selbstmordanschlag auf einen Bus Anfang Juni, bei dem nahe Megiddo 17 Israelis getötet wurden. Die israelischen Sicherheitskräfte hatten am Sonntag die Erschießung des Hamas-Aktivisten Mohaned Tahir in Nablus gemeldet und erklärt, bei ihm habe es sich um letzten gesuchten Terrorverdächtigen im Westjordanland gehandelt. Im Gazastreifen sind hingegen noch zahlreiche mutmaßliche Terroristen auf freiem Fuß, darunter Hamas-Führer Mohammed Deif und der geistliche Führer der Organisation, Scheich Ahmed Yassin. Die Polizeichef im Westjordanland und im Gazastreifen, Jibril Rajoub und Ghazi Jabali, erklärten, sie hätten bisher keine offizielle Mitteilung über ihre Entlassung erhalten. Er werde seinen Posten erst räumen, wenn er offiziell entlassen worden sei, sagte Radschub. Wie aus palästinensischen Polizeikreisen verlautete, erwägen sowohl Radschub als auch Dschibali, bei der Wahl im Januar gegen Arafat anzutreten. Die israelische Regierung beschrieb die Entlassungen als bedeutungslos. Verteidigungsminister Benjamin Ben Elieser erklärte, nur die Ablösung Arafats könne die Palästinenser retten. Im Gazastreifen demonstrierten mehrere tausend Menschen für Arafat und gegen den amerikanischen Präsidenten George W. Bush, der einen Wechsel in der palästinensischen Führung gefordert hatte.(APA/AP)