London - Etwa 45 Millionen Menschen weltweit werden sich in den kommenden acht Jahren einer Prognose zufolge mit Aids infizieren. Mehr als die Hälfte dieser Ansteckungen könnte jedoch mit Hilfe verbesserter Präventionsmaßnahmen vermieden werden, hieß es in der im britischen Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichten Studie. Die Prognose geht auf eine Expertengruppe zurück, der unter anderem Forscher der UN-Organisation UNAIDS und der Weltgesundheitsorganisation WHO angehören. Für eine Eindämmung der Aidsseuche seien mindestens 27 Milliarden Dollar (rund 27,6 Milliarden Euro) notwendig, heißt es in der Studie. Die jährlichen weltweiten Ausgaben zur Vermeidung von Aidsinfektionen von derzeit 1,2 Milliarden Dollar müssten bis 2005 mindestens vervierfacht werden. "Es ist ohne Zweifel ein sehr teures Programm", sagte einer der beteiligten Wissenschaftler, John Stover. "Aber wenn wir es nicht umsetzen oder verzögern würden, wären die Kosten noch viel höher." Die Studie erschien wenige Tage vor der am Sonntag in Barcelona beginnenden internationalen Aidskonferenz. An der von den Vereinten Nationen unterstützten Konferenz wollen bis zum 12. Juli insgesamt mehr als 15.000 Wissenschaftler, Ärzte, Aidskranke und Politiker teilnehmen. Die prominentesten Teilnehmer werden der frühere US-Präsident Bill Clinton und der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela sein. (APA/AP)