Wien - Ein Fußgänger ist in der Nacht auf heute, Freitag, in Wien zwischen zwei Waggons einer Straßenbahn geraten. Der 20 Jahre alte Alexander P. starb, sein Körper wurde mehr als einen Kilometer mitgeschleift und erst in der Remise entdeckt. "Die einzige Chance wäre gewesen, wenn die Straßenbahn Fahrgäste transportiert hätte, die sofort die Notbremse hätten ziehen können", sagte der Sprecher der Wiener Linien, Johann Ehrengruber. Die Garnitur der Linie 18 war kurz nach Mitternacht aber auf ihrer letzten Runde unterwegs - und leer. Die 26-jährige Petra A. aus Niederösterreich war mit ihrem Straßenbahnzug gegen 0.15 Uhr vom Südbahnhof in Richtung Remise in Favoriten aufgebrochen, ihr Dienst war fast zu Ende. Auf dem Wiedner Gürtel geschah, von der Lenkerin unbemerkt, der Unfall: Der 20-jährige Pole geriet zwischen Trieb- und Beiwagen, kam unter die Eisenräder der tonnenschweren Tramway. "Es ist nicht in einer Haltestelle, sondern während der Fahrt auf freier Strecke passiert", zitierte Ehrengruber erste Ermittlungsergebnisse. Wie es dazu kommen konnte, blieb zunächst offen. Petra A. setzte arglos die Fahrt im Gleis des O-Wagens in die Remise fort. Erst dort entdeckten die Lenkerin, das Werkstättenpersonal und eine Reinigungskraft die verstümmelte Leiche. Ein abgetrennter Fuß wurde auf dem Bahnhofsgelände gefunden, der restliche Körper steckte unter dem Beiwagen der 18er-Garnitur. Alle Beteiligten, vor allem die Straßenbahnfahrerin, sind geschockt. "Ihr geht es definitiv nicht gut", sagte Ehrengruber. Die Frau habe von dem Unfall nichts bemerken können, der Fahrtlärm überdecke andere Geräusche. Das Verkehrsunfallkommando hat anhand von Blutspuren festgestellt, das Alexander P. rund 1.300 Meter weit mitgeschleift worden ist. (APA)