London - Mit "Wut und Bestürzung" haben die Frau und der Sohn von Ex-Beatle George Harrison auf die Nachricht reagiert, dass zweieinhalb Jahre nach einem blutigen Anschlag auf Harrison der Täter freigelassen wird. Der 36 Jahre alte Michael Abram wurde von einem Expertengremium unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt, teilte die Prüfungskommission für Geisteskranke am Donnerstag in London mit. Abram hatte Harrison im Dezember 1999 umbringen wollen und ihn schwer verletzt. Er wurde wegen Unzurechnungsfähigkeit vom Vorwurf des Mordversuchs freigesprochen und "ohne zeitliche Begrenzung" zum Aufenthalt in einem psychiatrischen Krankenhaus verurteilt. Nun befanden die Fachleute, er sei von Schizophrenie so weit geheilt, dass er nicht mehr der ständigen Kontrolle bedürfe. "Wir werden niemals vergessen, wir brutal nahe Abram seinem Ziel kam, George und mich zu töten und welchen Schock er unserem Sohn und unserer ganzen Familie zufügte", heißt es in einer Erklärung von Harrisons Witwe Olivia und deren Sohn Dhani. "Dieser bösartige Angriff hat George der wichtigen Energie beraubt, die er damals brauchte, um gesund zu bleiben." Harrison war im November vergangenen Jahres an Lungenkrebs gestorben. Abram, der sich als Opfer eine Verschwörung fühlte, an der nach seiner Ansicht die Beatles ebenso wie Oasis oder Popsängerin Madonna beteiligt waren, hatte nachts im herrschaftlichen Anwesen Harrisons zehn Mal auf den Beatle eingestochen und auch dessen Frau Olivia verletzt. Später erklärte Abram, er schäme sich sehr für seine Tat. (APA/dpa)