Brüssel - Am EU-Gipfel von Sevilla beschlossen die Staats- und Regierungschefs unter anderem eine Straffung der Sitzungen des EU-Ministerrates. Die Zahl der Ratsformationen wurde von 16 auf neun verringert, um für mehr Effizienz zu sorgen. Die dänische Präsidentschaft legte daraufhin einen neuen Sitzungskalender für ihren sechsmonatigen EU-Vorsitz im zweiten Halbjahr 2002 vor. Das Ergebnis: Statt 57 Sitzungstagen in Brüssel und Luxemburg wird es 53 geben. Ersatzlos gestrichen wurde der Entwicklungsrat, die Themen sollen künftig im Rahmen des Rates Allgemeine Angelegenheiten und Außenbeziehungen behandelt werden. Drei zweitägige Räte wurden auf einen Tag zusammengezogen. Ansonsten kam es nur zu Umbenennungen. So steht nun erstmals seit Österreichs EU-Beitritt ein viertägier Ministerrat am Programm, und zwar Mitte Dezember für "Agrar und Fischerei". Vor der Reform waren hintereinander jeweils zweitägige Räte "Landwirtschaft" und "Fischerei" vorgesehen. Der frühere Kulturrat wurde um eine Woche verlegt, einen Tag vor den früheren Rat Bildung und Jugend. Statt dieser zwei verschiedenen jeweils eintägigen Räte steht nun nur mehr ein Rat "Bildung, Jugend und Kultur" am Programm - dieser allerdings zweitägig. Auch der neue Rat "Wettbewerbsfähigkeit" hat nicht weniger Sitzungstage als die darin aufgegangenen Räte für Forschung, Binnenmarkt und Industrie. Allerdings ist nun nicht mehr am Programm zu erkennen, welche Minister anreisen müssen. Am heftigsten Umstritten war in Sevilla die Reform des Rates der Außenminister, der in zwei Räte mit getrennten Tagesordnungen und Sitzungsterminen aufgeteilt werden sollte. Der dänisch EU-Vorsitz ist dem Auftrag aus Sevilla nachgekommen und hat den zweitägigen alten Rat der Außenminister in einen zweitägigen Rat "Allgemeine Angelegenheiten und Außenbeziehungen" umbenannt. Die Termine haben sich nicht geändert. Wie die Tagesordnung gestaltet wird, bleibt noch abzuwarten.(APA)