Wien - Naturkatastrophen, Streiks, Geiselnahmen und der 11. September. Wenn Rudolf Tucek, Generaldirektor des Österreichischen Verkehrsbüros (ÖVB), auf das Vorjahr zurückblickt, muss er zwar äußerst schwierige touristische Rahmenbedingungen aufzählen, kann aber mit Blick auf die Bilanz auch aufatmen. In allen fünf Geschäftsfeldern wurden wachsende oder zumindest gleich bleibende Umsätze verzeichnet. So ist der Gruppenumsatz mit allen ausländischen Beteiligungen auf 562,5 Mio. EURO (+ 8,2 Prozent im Vergleich zu 2000) gestiegen.

Die Kerngruppe, die Verkehrsbüro AG, umfasst 113 Reisebüros, das Werbecenter Austria, die Austropa Interconvention und die Pachtbetriebe der Hotellerie. Der Umsatz in der AG stieg 2001 um 8,7 Prozent auf 385,1 Mio. EURO, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) um 37,7 Prozent auf 18,6 Mio. EURO. Der Konzern mit allen Unternehmen mit mehr als 50-Prozent-Beteiligungen - wie zum Beispiel Eurotours oder Gustana - wies einen Umsatz von 540,2 Mio. EURO (+ 24,3 Prozent) aus. Was Tucek besonders freut. Der Konzern-Cashflow ließ sich um satte 66,3 Prozent anheben. Krisensicher Für heuer erwartet der ÖBV-Chef wenn schon kein Rekordjahr, dann doch ein "sehr gutes". Durch die vielfältige Unternehmensstruktur, die sich auf die fünf Geschäftsfelder Touristik, Incoming, Hotellerie, Gastronomie und Synergieeffekte stützt, sei der Touristikkonzern relativ krisensicher. Der Wachstumsschub des Vorjahres sei vor allem auf die Fusion mit der Wigast im Jahr 2000 zurückzuführen, zeigt sich Tucek zufrieden. In der Touristik belief sich der Umsatz auf 301,7 Mio. EURO. Durch den Ausbau des Filialnetzes um weitere sieben Geschäfte und "hohe Mitarbeiterprämien" verringerte sich das EGT auf 5,5 Mio.EURO. Der Hauptumsatz wird in den Reisebüros erwirtschaftet. Dort registriert man vor allem Griechenland, Italien und Spanien als die liebsten Reiseziele der Verkehrsbüro-Kundschaft. (bach/DER STANDARD, Printausgabe, 6.7.2002)