Lissabon - Joao Pinto war müde. Sooo müde. So zumindest erklärt sein Klubtrainer Laszlo Boloni die Attacke des Sporting-Stars gegen den Schiedsrichter in der WM-Gruppen-Partie der Portugiesen gegen Südkorea (0:1). Nach seinem Ausschluss hatte Pinto den Referee Angel Sanchez einen Faustschlag in den Magen versetzt. "Seine Reaktion war ein offensichtlicher Hinweis auf physische und mentale Müdigkeit", meinte der rumänische Coach nun in einem Interview der Tageszeitung "A Bola". "Mir ist klar, in welchem Kontext das passiert ist", erklärte Boloni. "Die Sporting-Spieler, eingeschlossen Joao Pinto, haben eine schwere und lange Saison gehabt, an deren Ende sie einfach müde waren. Damit will ich nichts entschuldigen, aber ich bin sicher, dass auf Joao eine enorme Verantwortung ruhte, mit der Nationalmannschaft den Aufstieg zu schaffen - um jeden Preis. Leider hat er nicht den besten Weg dafür gefunden." Pinto war in dem Match, das Portugal die vorzeitige Heimreise bescherte, bereits in der 27. Minute nach einem bösen Foul von hinten an Park Ji-sung ausgeschlossen worden. Nach der Roten Karte folgte die Attacke auf den Referee, die ihm eine vorläufige - auch auf Klubebene geltende - Suspendierung von Seiten des Weltfußball-Verbandes (FIFA) einbrachte. Es wird erwartet, dass die FIFA Pinto für mehrere Monate, wenn nicht sogar Jahre sperren wird. (APA/Reuters/red)