Der alternative heimische Telekom-Betreiber UTA ist auf der Suche nach Finanzinvestoren. Dabei gehe es aber nicht um die Finanzierung der UTA selbst, wie UTA-Vorstand Johannes Schwertner am Freitag im Gespräch mit der APA betont: "Wir haben starke Eigentümer, die die UTA ausfinanzieren". Ziel sei vielmehr die Unterstützung des eingeschlagenen Wachstumskurses. Zeitdruck gebe es dabei keinen. Mittelfristig sei auch eine Finanzierung über die Börse ein Thema - "aber erst, wenn sich der Telekom-Markt erholt hat". Gleichzeitig will der Telekom-Anbieter die Produktpalette straffen: Wir müssen Steine aus dem Rucksack nehmen um schneller laufen zu können", so Schwertner. Wachstum Von einer "Redimensionierung" bei der UTA könne keine Rede sein: "Wir gehen davon aus, auch weiter stark zu wachsen", sagte Schwertner. Die für heuer geplante Umsatzsteigerung zwischen 15 und 20 Prozent - nach 50 Prozent im Vorjahr - sei weiter auf Kurs. "Spekulationen über ein Downsizing" weist der UTA-Chef weit von sich. Ein Abbau von Mitarbeitern sei ebensowenig geplant wie die Trennung wesentlicher Geschäftsbereiche. Straffer Sehr wohl geben soll es aber "Straffungen im Produktportfolio". So sollen e-Commerce-Anwendungen der integrierten Netway oder andere kleinere Produkte wegfallen. Die Sprachtelefonie, Internet und Breitband mit Ausrichtung auf den Markt der Klein- und Mittelbetriebe bleibe das Fundament, bekräftigt Schwertner. Das Wochenmagazin "Format" stellt in seiner aktuellen Ausgabe eine "maßvolle Redimensionierung" bei der UTA in den Raum. Postenabbau Zu Jahresende werde die UTA einen Personalstand von 610 Mitarbeitern aufweisen, so Schwertner. Von 20 Mitarbeitern trenne man sich im Zuge der Integration von Netway, weitere zehn Stellen würden durch natürliche Fluktuation gekürzt. Ende 2003 sollte die UTA etwa gleich viele Mitarbeiter aufweisen, das sei aber abhängig vom Wachstum. Marktsituation Der "derzeit überaus schwierige" Telekommunikationsmarkt mache derzeit einen Konsolidierungsprozess durch. Die UTA, die sich mit einem durchschnittlichen Marktanteil von rund 20 Prozent als "klare Nummer 2 hinter dem Ex-Monopolisten" Telekom Austria sieht, will sich aktiv an diesem Prozess beteiligen. Abstauben Auch die Bemühung um Kunden der mittlerweile insolventen CyberTron sei Teil dieser Wachstumsstrategie. Anfang dieser Woche hat CyberTron einen Brief an alle Kunden geschickt, in dem der Wechsel zur UTA empfohlen wird, wobei CyberTron pro Kunde eine Provision in der Dimension eines Zehntel des Jahresumsatzes des Kunden erhält. Dabei solle es aber zu keinen Zwangsmigration kommen, so Schwertner: "Die Kunden entscheiden sich freiwillig." Das Unternehmen ist zuversichtlich, ein Drittel der 50.000 bis 70.000 CyberTron für sich gewinnen zu können. (APA)