Wien - Keine konkreten Beschlüsse sind am Freitag bei einem Treffen aller Teilgewerkschaften mit ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch in Wien getroffen worden. Man habe vereinbart, dass alle Vorsitzenden über den Sommer die Reform vorantreiben und ihre Vorstellungen konkretisieren sollen. Bis 21. November sollen die Beschlüsse vorbereitet werden, die am Bundeskongress dann im nächsten Jahr getroffen werden sollen, teilte Verzetnitsch der APA mit. Die im Vorfeld an seiner Person geäußerte Kritik sei in der Sitzung kein Thema gewesen, sagte der Präsident. Beschlossen werden soll konkret, die Verteilung der Aufgaben zwischen der Zentrale und den einzelnen Gewerkschaften. Der ÖGB als Dach soll nach den Vorstellungen des Präsidenten Basisdienste bereit stellen. Zwei große Blöcke Die Organisation der derzeit noch 13 einzelnen Gewerkschaften geht in Richtung zweier großer Blöcke. Metaller und Privatangestellte wollen gemeinsam mit Textil, Druck und Papier sowie Agrar eine neue große Gewerkschaft gründen. Ziel der Fusionierung sei das Jahr 2004, erläuterte Verzetnitsch. Keine Fusion ist hingegen vorerst bei der Allianz "infra" geplant, der die Tourismus-Gewerkschaft, die Gemeindebediensteten, Bau-Holz, die Eisenbahner, Post, Handel, Transport und Verkehr angehören. Hier ist zunächst nur eine intensive Zusammenarbeit vorgesehen, aus der sich aber später auch etwas neues entwickeln könnte, wie Verzetnitsch meinte. Als dritter Block allein bleibt die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst. An seiner Person sei in der Sitzung keine Kritik gekommen, sagte Verzetnitsch. Zur zuletzt von GPA-Vorsitzenden Hans Sallmutter geäußerten Forderung nach einem entschiedeneren Agieren sagte Verzetnitsch, kantiger Auftreten sollten die einzelnen Gewerkschaften. Er selbst habe immer dafür gesorgt, dass es rasche Beschlüsse gebe, wenn es notwendig sei. Im Vordergrund müsse aber die Lösung von Problemen stehen, wenn es solche gebe. (APA)